Die römische Heerstrasse von Virunum nach Ovilava.
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rere Thalwege sich kreuzen, sei es nun, dass der Römer hiemit
Stappelplätze des Handels und Verkehrs schaffen wollte, oder
dass er, wie die meisten keltischen Ortsnamen wenigstens vermuthen
lassen, an diesen günstigen Terrainstellen solche bereits
vorfand. Während also die zum Theil noch heute unerreichte
Kürze der Strasse die Hauptaufgabe, die Verbindung
der seit dem Markomannenkriege oft gefährdeten Donaugrenze
mit dem grossen Waffenplatze Aquileia in der musterhaftesten
Weise löste, legte die Art und Weise der Stationenvertheilung
die einsichtsvollste und feinfühligste Berücksichtigung der Verkehrsinteressen
an den Tag.
Wir haben bisher nur diejenigen Daten des Itinerariums
Antonini in Betracht gezogen, welche den nördlichsten Strassentheil
betreffen. Dabei ergab es sich, dass in der genannten
Quelle die Strecke Ovilavae —Tutatio um II m. p. zu gering
bemessen sei. Von diesem ganz unbeträchtlichen Fehler abgesehen,
fanden wir das Itinerarium mit der Tabula im besten
Einklänge. Die Uebereinstimmung in den Namen und Distanzen
der Stationen einerseits, die Fundstätten und die Terraingestaltung
andererseits stellten ausser Zweifel, dass wenigstens
nördlich vom Pirn die Strassenzüge beider Quellen identisch
sind.
Es drängt sich nun die Frage auf, ob sie auch südlich
vom Pirn, wo die beiden Quellen ganz verschiedene Stationen
nennen, eine und dieselbe Strasse im Auge haben.
Wie bereits oben erwähnt, will Muchar von der Verschiedenheit
der Stationen auf eine Verschiedenheit der Bahnen
schliessen. Männert, Knabl (in späterer Zeit) und Kenner dagegen
erklären diese Erscheinung damit, dass im Laufe der
Zeiten im südlichen Strassentheile eine Veränderung der Stationenvertheilung
stattgefunden habe. So viel nun auch die
genannten Gelehrten in der ganzen Frage geirrt haben, so hat
doch ihre Annahme einer durchgängigen Identität des ganzen
Strassenlaufes schon aus ganz allgemeinen Gründen die grösste
Wahrscheinlichkeit für sich. Sind doch Aenderungen der Stationen
auch bei unserer Post keine ungewöhnliche Erscheinung.
Auch sie verlegt die Haltplätze gerne in die volk- und verkehrreicheren
Orte. Aber die einzelnen Ortschaften sind noch