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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  Heerstrasse  von  Virunum  nach  Ovilava.

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rere  Thalwege  sich  kreuzen,  sei  es  nun,  dass  der  Römer  hiemit
Stappelplätze  des  Handels  und  Verkehrs  schaffen  wollte,  oder
dass  er,  wie  die  meisten  keltischen  Ortsnamen  wenigstens  vermuthen
  lassen,  an  diesen  günstigen  Terrainstellen  solche  bereits ­
  vorfand.  Während  also  die  zum  Theil  noch  heute  unerreichte ­
  Kürze  der  Strasse  die  Hauptaufgabe,  die  Verbindung
der  seit  dem  Markomannenkriege  oft  gefährdeten  Donaugrenze
mit  dem  grossen  Waffenplatze  Aquileia  in  der  musterhaftesten
Weise  löste,  legte  die  Art  und  Weise  der  Stationenvertheilung
die  einsichtsvollste  und  feinfühligste  Berücksichtigung  der  Verkehrsinteressen ­
  an  den  Tag.
Wir  haben  bisher  nur  diejenigen  Daten  des  Itinerariums
Antonini  in  Betracht  gezogen,  welche  den  nördlichsten  Strassentheil
  betreffen.  Dabei  ergab  es  sich,  dass  in  der  genannten
Quelle  die  Strecke  Ovilavae  —Tutatio  um  II  m.  p.  zu  gering
bemessen  sei.  Von  diesem  ganz  unbeträchtlichen  Fehler  abgesehen, ­
  fanden  wir  das  Itinerarium  mit  der  Tabula  im  besten
Einklänge.  Die  Uebereinstimmung  in  den  Namen  und  Distanzen ­
  der  Stationen  einerseits,  die  Fundstätten  und  die  Terraingestaltung ­
  andererseits  stellten  ausser  Zweifel,  dass  wenigstens
nördlich  vom  Pirn  die  Strassenzüge  beider  Quellen  identisch ­
  sind.
Es  drängt  sich  nun  die  Frage  auf,  ob  sie  auch  südlich
vom  Pirn,  wo  die  beiden  Quellen  ganz  verschiedene  Stationen
nennen,  eine  und  dieselbe  Strasse  im  Auge  haben.
Wie  bereits  oben  erwähnt,  will  Muchar  von  der  Verschiedenheit ­
  der  Stationen  auf  eine  Verschiedenheit  der  Bahnen
schliessen.  Männert,  Knabl  (in  späterer  Zeit)  und  Kenner  dagegen ­
  erklären  diese  Erscheinung  damit,  dass  im  Laufe  der
Zeiten  im  südlichen  Strassentheile  eine  Veränderung  der  Stationenvertheilung ­
  stattgefunden  habe.  So  viel  nun  auch  die
genannten  Gelehrten  in  der  ganzen  Frage  geirrt  haben,  so  hat
doch  ihre  Annahme  einer  durchgängigen  Identität  des  ganzen
Strassenlaufes  schon  aus  ganz  allgemeinen  Gründen  die  grösste
Wahrscheinlichkeit  für  sich.  Sind  doch  Aenderungen  der  Stationen ­
  auch  bei  unserer  Post  keine  ungewöhnliche  Erscheinung.
Auch  sie  verlegt  die  Haltplätze  gerne  in  die  volk-  und  verkehrreicheren ­
  Orte.  Aber  die  einzelnen  Ortschaften  sind  noch
            
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