Die römische Heerstrasse von Virunura hach Ovilava.
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der Gebäudespuren zufolge die fragliche Station eine Mansio
und keine blosse Mutatio gewesen. Dagegen geht Kenner ,zu
weit, wenn er an der Hand der gefundenen Münzen beweisen
will, dass man es mit einer Mansio zu thun habe, die erst in
den Tagen des Alexander Severus erbaut worden. Diese Zeitbestimmung
wäre selbst dann problematisch, wenn die von ihm
verzeichneten Münzen einen ihrem Ursprünge nach einheitlicheren
Charakter aufwiesen und an einer und derselben Stelle
gefunden wären. Keines von beiden ist hier der Fall. Diese
Denkmäler reichen, wie bereits bemerkt worden, von Nero bis
Valens, gehören vorwiegend der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts
an; das Zeitalter des Alexander Severus ist darin
nicht stärker vertreten als irgend einer der vorausgegangenen
und nachfolgenden Zeitabschnitte. Es kommt hinzu, dass, wie
Kenner selbst wiederholt anmerkt, alle diese Münzen zerstreut
in den verschiedensten Räumen des Baues und in den angrenzenden
Feldern gefunden wurden. Mit seiner Vermuthung
einer zweimaligen Zerstörung der Gebäude verhalte es sich
wie immer; in jedem Falle heisst es graue Hypothesen übereinander
thürmen, wenn Kenner diese Münzen wie einen vergrabenen
Schatz behandelt, in künstlich geschaffene ,Gruppen“
abtheilt, und mit diesen beweisen will, dass sämmtliche älteren
Münzen erst nach 217 n. Chr. in das aufgegrabene Gebäude
gelangt sein können u. dgl. m. Durch diese gewaltsame Deduction
gelangt er dann zu dem Schlüsse, dass die bei Windischgarsteu
gestandene Station nur eine solche sein könne,
welche sich in der nach 217 verfassten Tabula Peutingeriana
verzeichnet findet. Im Itinerarium Antonini, das seinen Ursprung
einer älteren Zeit verdanke, könne sie nicht Vorkommen.
Dann hält Kenner unter den nördlicheren Stationen der Tabula
Umschau und findet, dass die besprochenen Funde unzweifelhaft
als die Ueberreste von Ernolatia zu betrachten seien.
,Ernus ist ein nicht selten vorkommender keltischer Flussname,
wahrscheinlich kein Eigen-, sondern ein Gattungsname;
Haid bezeichnet einen Sumpf. Der Name Ernolatia, der aus
den genannten beiden Wörtern zusammengesetzt ist, bezeichnet
also einen Ort an einem durch sumpfigen Boden fliessenden
Wasser. Auf keinen andern Ort der Route Virunum—Ovilava
passt diese wörtliche Bedeutung von Ernolatia so gut, als auf