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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  Heerstrasse  von  Virunum  nach  Ovilava.

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rühren,  bei  welcher  es  sich  zunächst  nur  um  die  Beförderung'
von  Staatscourieren  handelte;  es  war  damals  kein  Bedürfniss,
aus  Rücksicht  auf  die  Bequemlichkeit  der  Reisenden  von  dem
Schema  abzugehen,  welches  für  die  Vertheilung  der  Stationen
bestand.'  Anstatt  also  über  die  Richtigkeit  seiner  Ortsbestimmung ­
  bedenklich  zu  werden,  muthet  er  lieber  der  Stationsvertheilung,
  wie  sie  das  Itinerar  überliefert,  das  Unmögliche
zu.  Nicht  nach  praktischen  Gesichtspunkten,  nach  einem  (unfindbaren)
  ,Schema'  soll  der  Römer  ursprünglich  die  Tagreisen
auf  unserer  Strasse  eingetheilt  und  an  diesem  Schema,  ungeachtet ­
  einer  zweihundertjährigen  Erfahrung  in  Betreff  der  fahrenden ­
  Post,  bis  in  das  Zeitalter  des  Alexander  Severus  festgehalten ­
  haben!
In  gleicher  Weise  will  der  genannte  Schriftsteller  die
nothwendige  Consequenz  eines  anderen  ihm  unterlaufenen  Irrthums ­
  als  römische  Einrichtung,  ja  als  einen  eklatanten  Beweis
für  die  Richtigkeit  seiner  Hypothesen  angesehen  wissen.  Legt
man  zwei  gleichgetheilte  Massstäbe  übereinander  und  schiebt
den  einen  um  5  Theilstriche  über  den  andern  hinweg,  dann
müssen  begreiflicher  Weise  die  beiden  Massstäbe  auch  am  entgegengesetzten ­
  Ende  um  5  m.  p.  verschoben  erscheinen.  Auf
unsern  Fall  angewendet:  Kenner  hat,  wie  bereits  erwähnt,  das
Tutatio  des  Itinerars  5  m.  p.  südwärts  von  jenem  der  Tabula
verlegt.  Da  nun  in  beiden  Quellen  der  Abstand  dieses  Ortes
vom  nachfolgenden  Gabromagus  übereinstimmend  mit  NX  m.  p.
bemessen  wird,  so  wird  sich  Niemand  wundern,  dass  Kenner,
der  die  Richtigkeit  dieser  Ziffer  nicht  bezweifelt,  auch  das
Gabromagus  des  Itinerars  genau  um  5  m.  p.  südlich  von  der
gleichnamigen  Station  der  Tabula  zu  suchen  genüthigt  ist.  Die
dergestalt  offenkundig  von  ihm  selbst  verschuldete  ,Stetigkeit'
der  Stationenverschiebung  will  er  als  eine  von  der  römischen
Verwaltung  in  der  Zeit  nach  Abfassung  des  Itinerars  ins  Leben
gerufene  Neuerung  angesehen  wissen.
Fragt  man,  wie  es  kam,  dass  dieser  ausgezeichnete  Forscher ­
  in  Betreff  unseres  Gegenstandes  zu  so  irrigen  Ergebnissen ­
  gelangte,  so  ist  die  Ursache  vor  allem  in  einem  von
ihm  selbst  eingehend  beschriebenen  und  erörterten  Funde  zu
suchen.  In  den  Jahren  1867  bis  1869  wurden  durch  planmässig
  geleitete  Ausgrabungen  an  der  südwestlichen  Gemarkung
            
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