Die römische Heerstrasse von Virunum nach Ovilava.
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rühren, bei welcher es sich zunächst nur um die Beförderung'
von Staatscourieren handelte; es war damals kein Bedürfniss,
aus Rücksicht auf die Bequemlichkeit der Reisenden von dem
Schema abzugehen, welches für die Vertheilung der Stationen
bestand.' Anstatt also über die Richtigkeit seiner Ortsbestimmung
bedenklich zu werden, muthet er lieber der Stationsvertheilung,
wie sie das Itinerar überliefert, das Unmögliche
zu. Nicht nach praktischen Gesichtspunkten, nach einem (unfindbaren)
,Schema' soll der Römer ursprünglich die Tagreisen
auf unserer Strasse eingetheilt und an diesem Schema, ungeachtet
einer zweihundertjährigen Erfahrung in Betreff der fahrenden
Post, bis in das Zeitalter des Alexander Severus festgehalten
haben!
In gleicher Weise will der genannte Schriftsteller die
nothwendige Consequenz eines anderen ihm unterlaufenen Irrthums
als römische Einrichtung, ja als einen eklatanten Beweis
für die Richtigkeit seiner Hypothesen angesehen wissen. Legt
man zwei gleichgetheilte Massstäbe übereinander und schiebt
den einen um 5 Theilstriche über den andern hinweg, dann
müssen begreiflicher Weise die beiden Massstäbe auch am entgegengesetzten
Ende um 5 m. p. verschoben erscheinen. Auf
unsern Fall angewendet: Kenner hat, wie bereits erwähnt, das
Tutatio des Itinerars 5 m. p. südwärts von jenem der Tabula
verlegt. Da nun in beiden Quellen der Abstand dieses Ortes
vom nachfolgenden Gabromagus übereinstimmend mit NX m. p.
bemessen wird, so wird sich Niemand wundern, dass Kenner,
der die Richtigkeit dieser Ziffer nicht bezweifelt, auch das
Gabromagus des Itinerars genau um 5 m. p. südlich von der
gleichnamigen Station der Tabula zu suchen genüthigt ist. Die
dergestalt offenkundig von ihm selbst verschuldete ,Stetigkeit'
der Stationenverschiebung will er als eine von der römischen
Verwaltung in der Zeit nach Abfassung des Itinerars ins Leben
gerufene Neuerung angesehen wissen.
Fragt man, wie es kam, dass dieser ausgezeichnete Forscher
in Betreff unseres Gegenstandes zu so irrigen Ergebnissen
gelangte, so ist die Ursache vor allem in einem von
ihm selbst eingehend beschriebenen und erörterten Funde zu
suchen. In den Jahren 1867 bis 1869 wurden durch planmässig
geleitete Ausgrabungen an der südwestlichen Gemarkung