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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  He<>rstrasse  von  Yirunum  nach  Ovilava.

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Bevölkerung  bisher  mit  Rom  in  keinerlei  Berührung  gekommen,
eine  Schlacht  zu  wagen.  Wie  sollte  es  auch  der  römische
Feldherr  angestellt  haben,  auf  eine  solche  40—50  Meilen  weite
Distanz  den  Cimbern  unbemerkt  zu  folgen?  Mit  einem  kühnen,
überraschenden  Gebirgstibergange  war  es  hier  nicht  abgethan.
Um  die  Cimbern  in  der  steiermärkischen  ,Einöd‘  oder  noch
nördlicher  zu  ereilen,  musste  er  unumgänglich  auch  die  weiteren
Flachländer  Krains  und  Kärnthens  passiren.
So  bestätigt  auch  Appians  Erzählung  indirect  die  früher
erwähnten  Daten  der  Schriftsteller  über  die  Lage  Noreia’s  und
über  die  Wohnsitze  der  Taurisker  im  Allgemeinen.
Selbst  die  Schriftsteller  des  2.  und  3.  Jahrhunderts  nach
Christus  wissen  noch  sein-  wohl  zn  unterscheiden  zwischen  den
eigentlichen  Norikern  und  zwischen  den  Tauriskern.  Während
jene  gerade  in  Cäsars  Tagen  zum  ersten  Male  die  Bühne  der
Geschichte  betraten, 1  erlitt  die  Macht  der  letzteren  um  dieselbe ­
  Zeit  einen  tödtlichen  Stoss.  Geführt  wurde  er,  wie
Strabo  berichtet,  von  Börebistes,  dem  Dakerkönige.  Ihre  Nachbarn, ­
  die  Bojer,  sahen  sich  durch  denselben  Eroberer  sogar
genöthigt,  ihr  Land  zu  räumen  und  nach  Gallien  auszuwandern.
Wie  es  kam,  dass  diese  vor  ihrem  Abzüge  sich  noch  gegen
ihre  alten  Bundesgenossen  wandten  und  deren  Hauptstadt
Noreia  berannten,  darüber  lässt  uns  Cäsar  im  Unklaren.
Dieser  letzte  Krieg  scheint  die  Lebenskräfte  des  Volkes
vollends  erschöpft  zu  haben.  Appianus  Ulyr.  IX.  16  und  Dio
Cassius  (49  c.  34,  50,  c.  28)  melden  übereinstimmend,  dass
die  Taurisker  gleichzeitig  mit  anderen  illyrischen  Stämmen  im
Jahre  33  v.  Chr.  durch  einen  beschwerlichen  Feldzug  des
Augustus  unterworfen  und  gezwungen  wurden,  den  eingestellten ­
  Tribut  neuerdings  zu  entrichten.  Ihre  Tributpflichtigkeit
  reicht  also  in  eine  noch  frühere  Zeit  zurück.  Die
eigentlichen  Noriker  aber  geriethen,  wie  Dio  (54.  20)  und  andere ­
  Schriftsteller  melden,  erst  im  Jahre  16  v.  Chr.  unter
römische  Botmässigkeit,.  Diese  Thatsache,  dass  das  Tauriskerland
lange  vor  dem  Königreiche  Noricum  Roms  Scepter  gehorchte,
1  Eine  Schwester  des  Königs  Voceio  ist  an  den  Ariovist  vermalt,  Caes.
bell.  gall.  I.  lib.,  derselbe  König  oder  dessen  Nachfolger  unterstützt  Cäsar
im  Bürgerkriege  mit  Reiterei,  Caes.  bell.  civ.  I.  c.  18.
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXX.  Bd.  III.  Hft.  27
            
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