Die römische He<>rstrasse von Yirunum nach Ovilava.
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Bevölkerung bisher mit Rom in keinerlei Berührung gekommen,
eine Schlacht zu wagen. Wie sollte es auch der römische
Feldherr angestellt haben, auf eine solche 40—50 Meilen weite
Distanz den Cimbern unbemerkt zu folgen? Mit einem kühnen,
überraschenden Gebirgstibergange war es hier nicht abgethan.
Um die Cimbern in der steiermärkischen ,Einöd‘ oder noch
nördlicher zu ereilen, musste er unumgänglich auch die weiteren
Flachländer Krains und Kärnthens passiren.
So bestätigt auch Appians Erzählung indirect die früher
erwähnten Daten der Schriftsteller über die Lage Noreia’s und
über die Wohnsitze der Taurisker im Allgemeinen.
Selbst die Schriftsteller des 2. und 3. Jahrhunderts nach
Christus wissen noch sein- wohl zn unterscheiden zwischen den
eigentlichen Norikern und zwischen den Tauriskern. Während
jene gerade in Cäsars Tagen zum ersten Male die Bühne der
Geschichte betraten, 1 erlitt die Macht der letzteren um dieselbe
Zeit einen tödtlichen Stoss. Geführt wurde er, wie
Strabo berichtet, von Börebistes, dem Dakerkönige. Ihre Nachbarn,
die Bojer, sahen sich durch denselben Eroberer sogar
genöthigt, ihr Land zu räumen und nach Gallien auszuwandern.
Wie es kam, dass diese vor ihrem Abzüge sich noch gegen
ihre alten Bundesgenossen wandten und deren Hauptstadt
Noreia berannten, darüber lässt uns Cäsar im Unklaren.
Dieser letzte Krieg scheint die Lebenskräfte des Volkes
vollends erschöpft zu haben. Appianus Ulyr. IX. 16 und Dio
Cassius (49 c. 34, 50, c. 28) melden übereinstimmend, dass
die Taurisker gleichzeitig mit anderen illyrischen Stämmen im
Jahre 33 v. Chr. durch einen beschwerlichen Feldzug des
Augustus unterworfen und gezwungen wurden, den eingestellten
Tribut neuerdings zu entrichten. Ihre Tributpflichtigkeit
reicht also in eine noch frühere Zeit zurück. Die
eigentlichen Noriker aber geriethen, wie Dio (54. 20) und andere
Schriftsteller melden, erst im Jahre 16 v. Chr. unter
römische Botmässigkeit,. Diese Thatsache, dass das Tauriskerland
lange vor dem Königreiche Noricum Roms Scepter gehorchte,
1 Eine Schwester des Königs Voceio ist an den Ariovist vermalt, Caes.
bell. gall. I. lib., derselbe König oder dessen Nachfolger unterstützt Cäsar
im Bürgerkriege mit Reiterei, Caes. bell. civ. I. c. 18.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. LXXX. Bd. III. Hft. 27