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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  Heerstrasse  von  Virunum  nach  Ovilava.

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wo  uns  Plinius  gleichfalls  zwei  untergegangene  Orte  zu  nennen
weiss,  sondern  auch  den  grössten  Tlieil  des  heutigen  Herzogthumes
  Krain.  Im  Itinerarium  Hierosolymitantim  wird  die
Station  Hadrans,  deren  Lage  bei  St.  Oswald  am  Trojanerberge
unweit  der  steierischen  Grenze  festgestellt  ist,  als  Grenze
zwischen  Italien  und  der  Provinz  Noricum  bezeichnet.  Herodianus
  8.  1  bezeichnet  Emona  als  die  erste  Station  Italiens
für  den,  der  aus  Illyricum  kommt.  Nauportus  scheint,  wie
Mommsen  (Corp.  inscr.  III.  1.  p.  483)  erwiesen  hat,  schon
sogar  unter  Augustus  zu  Italien  gehört  zu  haben.
Innerhalb  dieses  in  der  Kaiserzeit  zum  10.  Bezirke  Italiens ­
  gezogenen  Keltengebietes,  das  nordwärts  hart  an  die  Save
reichte,  muss  also  nach  dem  unverwerflichen  Zeugnisse  des
Plinius  der  berühmte  Taurisker-Ort  Noreia  gesucht  werden.
Wenn  man  bisher  dies  hochwichtige  Zeugniss  des  Plinius  nicht
genug  würdigte,  so  sind  daran  nicht  zum  Geringsten  die  herrschenden ­
  Ansichten  über  das  Verhältniss  zwischen  Tauriskern
und  Norikern  schuld.  Zeuss  (p.  174.  Die  Deutschen  und  ihre
Nachbarn)  will  den  Namen  Taurisker  als  den  umfassenderen
angesehen  wissen.  Die  Noriker  wären  blos  als  ein  Zweig  der
Taurisker  zu  betrachten.  Zur  Erhärtung  dieser  Annahme  beruft ­
  sich  Zeuss  auf  Ptolemaeus.  Dieser  Schriftsteller  sagt  nun
allerdings,  dass  es  inmitten  der  Provinz  Noricum,  zwischen
den  Halauni  (im  Salzkammergute  und  dessen  Umgebung)  und
den  Ambidravi  (an  der  Drau)  einen  Volksstamm  gab,  der  die
Bezeichnung  Noriker  speciell  führte.  Daraus  aber  ist  billigerweise ­
  nur  so  viel  zu  folgern,  dass  man  zu  Zeiten  zwischen
Norikern  im  engeren  und  weiteren  Sinne  unterschied.  Von
Tauriskern  spricht  Ptolemaeus  überhaupt  nicht.
Ebenso  unhistorisch  ist  auch  die  Ansicht  derjenigen,
welche  die  Namen  Taurisker  und  Noriker  für  identische  Begriffe ­
  nehmen.  Die  Verfechter  dieser  Ansicht  berufen  sich
auf  eine  Stelle  des  Plinius  im  20.  Cap.  des  3.  Buches.  Sie
lautet:  ,juxtaque  Carnos  quondam  Taurisci  appellati,  nunc  Norick. ­
  Diese  Stelle  wird  aus  ihrem  Zusammenhänge  gerissen
und  so  gedeutet,  als  ob  sämmtliche  Noriker  weiland  unter  dem
Namen  der  Taurisker  begriffen  worden  wären.  Plinius  kann
dies  umsoweniger  meinen,  als  er  bisher  von  den  eigentlichen
Norikern,  den  Bewohnern  der  Provinz  Noricum  noch  gar  nicht
            
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