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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Die  römische  Heerstrasse  von  Yinmura  nach  Ovilava.

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wieder  eine  Differenz  von  13  m.  p.  ergäbe.  Fürs  Erste  ist  es
unwahrscheinlich,  dass  die  fragliche  Strasse  schon  damals,  als
Strabo  sein  Werk  schrieb, 1  bestand,  noch  unwahrscheinlicher
ist  es,  dass  sie  bereits  damals  genau  vermessen  war.  Wären
ihm  aber  officiellc  Daten  zu  Gebote  gestanden,  dann  würde  er
wohl  auch  von  dem  einen  oder  dem  anderen  Orte  an  diesem
Strassenzuge  Kunde  gehabt  haben.  Weitaus  die  meisten  Ortschaften, ­
  welche  die  späteren  Itinerarien  längs  unserer  Route
als  Stationen  verzeichnen,  führen  keltische  Namen  und  bekunden ­
  damit  vorrömische  Existenz.  Von  solchen  findet  sich  jedoch
in  seinem  Werke  keine  Spur,  wie  sich  denn  allenthalben  seine
Kenntniss  dieser  Gegenden  als  eine  sehr  mangelhafte  erweist.
Die  Römerstrasse  zwischen  Virunum  und  Aquileia  dürfte  kaum
früher  entstanden  sein,  ehe  Kaiser  Claudius  nach  dem  erstgenannten ­
  Orte  eine  Colonie  führte.  Colonie  und  Heerstrasse
sind  dem  Römer  von  jeher  zusammengehörige  Dinge.  Die
nördliche  Fortsetzung  unserer  Route  aber  ist  sicherlich  noch
bedeutend  jünger.  Dieselbe  verdankt  erst  den  Gefahren  der
Markomanneneinfälle  ihre  Entstehung.  Die  beiläufige  Uebereinstimmung
  zwischen  Strabo’s  Distanzziffer  und  den  Daten
der  im  3.  Jahrhundert  verfassten  Itinerarien  erweist  sich
vollends  als  eine  rein  zufällige,  wenn  wir  Strabo’s  Nachricht
genauer  ins  Auge  fassen.  Die  fragliche  Stelle  lautet:
,  Ei;«  8’sarri  to)v  ‘Evstuuov  spor)  yj  ’AxuXeiix.  —  Atopi’coviat  8s  ■rcoTap.ü,
psovTi  ä~b  -öv  ’AXicefwv  Spwv,  ÄvaicXouv  iyo'm  za!  Staxocuov  aiaSuov
s~!  ~die  yOdo'.q  äq  Nwpijiav  toXivJ
Muchar,  in  seinem  altkeltischen  Noricum,  versuchte  die
gewaltsame  Auslegung,  Strabo  habe  mit  seiner  Distanzangabe
nur  unmittelbar  von  Aquileia  hinweg  eine  Wasserstrasse,
weiterhin  aber  einen  Landweg  gemeint.  Mit  dem  klaren  Wortlaute ­
  ist  diese  Deutung  völlig  unvereinbar.  Weiss  unser  Geograph
an  anderen  Orten  (VII  p.  314  u.  318)  von  einem  grossen  Flusse
Namens  Noarus  zu  erzählen,  der  bei  Segestica  (Sissek)  den
schon  früher  mit  den  Gewässern  des  Savus  gespeisten  Dravus
aufnimmt  (!),  so  ist  es  ihm  auch  voller  Ernst  mit  dem  auf
1200  Stadien  schiffbaren  Strome,  der  bei  Aquileia  ins  Meer
fällt.  Es  gibt  allerdings  einen  Fluss,  der  bei  Aquileia  in  die

1  t  24  p.  Chr.
            
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