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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Kohn.

nach  den  römischen  Itinerarien  nahe  verwandt  ist.  Die  Daten
der  Marschroutenkarte  des  österreichischen  Generalstabes  leisteten ­
  uns  überall  gute  Dienste,  wo  nach  der  Beschaffenheit  der
Bodengestaltung  die  moderne  Chaussee  von  der  römischen
nicht  wesentlich  abweichen  kann.  Den  Abstand  des  nördlichen
Noreia  von  Matucaium  beziffert  die  Tabula,  wie  wir  gesehen
haben,  mit  2  X  13  m.  p.  Dieses  Wegmass  kommt  aber  dem
Abstande  Unzdorfs  von  Scheifling  so  nahe,  dass  über  die  Lage
jener  Station  in  der  nächsten  Nähe  von  Scheifling  kein
Zweifel  obwalten  kann.  Der  Standort  des  südlichen  Noreia
ergibt  sich  dann  von  selbst.  Er  muss  in  der  Mitte  dieser
Strecke  vom  nördlichen  Noreia  und  Matucaium  gleich  weit  (je
XIII  m.  p.)  entfernt  gesucht  werden:  ,bei  Einödbad,  inmitten
der  Einöd'.  Dass  diese  Station  mit  einer,  wie  oben  gezeigt
worden,  an  Denkmälern  aller  Art  so  reichen  Fundstätte  zusammenfällt, ­
  ist  wohl  ein  nicht  zu  unterschätzendes  Zeugniss  für
die  Correetheit  der  einschlägigen  Daten  der  Tabula  einerseits
und  unserer  Strassenführung  andererseits.  Das  nördliche  Noreia
war  wahrscheinlich  blos  Mutatio,  während  das  südliche  Mansio
war.  Der  Beweis  für  diese  Annahme  liegt  in  der  Distanz  des
letzteren  Ortes  von  Virunum.  Virunum  selbst,  weitaus  die  bedeutendste ­
  norische  Stadt  auf  der  ganzen  Strasse,  war  zweifelsohne ­
  eine  Mansio.  Wenn  Kenner  sie  (Hypothesen  zu  liebe)
zu  einer  Mutatio  degradirt,  so  ist  er  in  einem  Irrthume  befangen. ­
  Die  Mansiones  mussten  den  reisenden  Beamten  und  den
marschirenden  Truppen  Unterkunft  und  Lebensunterhalt  zu
bieten  im  Stande  sein.  Nichts  war  daher  natürlicher,  als  sie
möglichst  in  die  Städte  und  in  die  volkreicheren  Ortschaften
überhaupt  zu  verlegen,  welche  diese  und  andere  Bedürfnisse
der  Reisenden  leicht  befriedigen  konnten.  Den  Anforderungen
einer  Mutatio  dagegen  konnte  auch  das  armseligste  Dörfchen
genügen.  Nur  in  solchen  Gegenden,  wo  auf  eine  weite,  das
durchschnittliche  Mass  einer  Tagereise  beträchtlich  übertreffende ­
  Distanz  kein  grösserer  Ort  existirte,  becpiemte  man  sich
dazu,  die  kostspieligen  Bauten  und  Einrichtungen  einer  Mansio
in  einem  unbedeutenden  Flecken  herzustellen.  Von  dieser  Regel
der  Stationsvertheilung  abzugehen,  wäre  in  unserem  Noricum,
wo  die  volkreichen  Orte  bekanntlich  nicht  dicht  gesäet  waren,
doppelt  unpraktisch  gewesen.  Wenn  Kenner  das  Itinerarium
            
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