Die römische Heerstrasse von Virunum nach Ovilava.
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in der Tabula einnimmt. Ankershofen 1 meint, dass das südlichere
Nor eia in Folge eines ,Schreibverstosses' den Platz einer
andersnamigen, nicht weiter bekannten Station einnehme, und
stattet diese und das geduldete Noreia mit XIV, anstatt XIII
m. p. aus. Dr. Knabl' 2 dagegen betrachtet gleich Männert das
nördliche Noreia als einem Versehen des ,Abschreibers' entsprungen,
will aber die demselben beigefügte Zahl XIII beibehalten,
um damit die Station ad pontem auszustatten, die
angeblich in der Tabula leer ausgehe. Die thatsächlich bei ad
pontem stehende Ziffer XIII1 überträgt er zu Viscellis. Kenner
endlich findet es sehr wahrscheinlich, dass die ursprüngliche
Folge der Stationen folgende gewesen sei: Matucaium XIIII,
Noreia XIII, Viscellis XIII, ad pontem XIIII. Darnach hätte
der Copist folgende Irrthümer begangen: Anstatt hinter Noreia
Viscellis zu verzeichnen, wiederholte er jenen Ortsnamen,
notirte hierauf wohl richtig die Station ad pontem mit ihrer
Abstandsziffer, Hess sich aber das neue Versehen zu Schulden
kommen, das übergangene Viscellis jetzt hinter ad pontem und
ohne Distanzangabe anzusetzen.
Man sieht, keiner der genannten Schriftsteller will die
Daten der Tabula so nehmen, wie sie sich darbieten. Alle
corrigiren, ohne hiefür hinreichende Gründe vorzubringen. Ein
derartiges Verfahren ist aber dieser Quelle gegenüber am
wenigsten zulässig. Bekanntlich ist die Tabula keine gewöhnliche
Handschrift, sondern eine Zeichnung, wo dem Copisten
während der Arbeit das Ganze stets vor Augen lag und
daher gröbere Versehen, falls ihm solche passirten, leicht ins
Auge fielen.
Sehen wir uns den Sachverhalt genauer an. Stände hinter
dem ersten Noreia eine andersnamige Station, bei der sich die
Distanzziffer XIII wiederholte, so käme wohl Niemand auf den
Gedanken Textveränderungen vornehmen zu wollen. Da es
sich in der Tabula überall um Poststationen handelt, so kann
naturgemäss die den Ortschaften beigesetzte Schrittzahl nur
zwischen sehr engen Grenzen schwanken. Es hat darum nichts
Auffälliges — die Strecke Virunum—Ovilavae bietet selbst noch
1 Gesell. Kärnthens I. 562 f.
2 Mitth. des hist. Ver. f. Steiermark, XVIII. Heft, S. 117.