Die römische Heerstrasse von Virunum nacli Ovilava.
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als Fenstergesimse in Verwendung; 1 ein dritter ist aus St. Stephan
herbeigeholt, einem Orte, der gleich Judendorf hart an
der südlichen Pforte der ,Einöd‘ liegt. In dem letzteren Dorfe
werden zwei Römersteine aufbewahrt, wovon der eine — ein
Relief — aus Baierdorf stammt, der andere — ein Grabdenkmal
— im Jahre 1822 im Garten des Spitzer’sehen Eisengewerkes
in der Einöd ausgegraben worden. In demselben
Garten und in den angrenzenden Feldern fand man in den
Jahren 1842—1853 Münzen von Tiberius, Alexander Severus,
Gordianus III. und Diocletianus. Im Jahre 1853 wurden in
der Nähe des Spitzer’schen Wohngebäudes sechs Aschenurnen
mit eben so vielen Inschriftsteinen zu Tage gefördert. 2 Hart
am nördlichen Ausgange der Einöd steht das Schloss Lind, in
dessen Nähe im November des Jahres 1858 Grundmauern von
Wohngebäuden, zahlreiche Architekturglieder, ein Relief, eine
Statue und ein Inschriftstein gefunden wurde. Neumarkt dagegen,
wo nach Knabl’s Ansicht das berühmte Noreia in einem
Umfange von mehreren Meilen gestanden haben soll, kann kein
einziges Römerdenkmal sein Eigen nennen. Von den beiden
Grabsteinen, die dort im Plazota’schen Hause aufbewahrt werden,
stammt der eine aus St. Marein, der zweite ist im Jahre
1813 nebst mehreren römischen Münzen im Schlosse Neudeck,
also gleichfalls in der Einöd gefunden worden. 3
Während alle diese Funde für die Richtigkeit unserer
bisherigen Strassenführung beredtes Zeugniss ablegen, legt der
ausserordentliche Reichthum der Einöd an Denkmälern aller
Art die Vermuthung nahe genug, dass dort ein Römerort von
einiger Bedeutung gestanden habe. Wir werden gleich sehen,
dass die in der Tabula hinter Matucaium verzeiehnete Station
thatsächlich in der Einöd gestanden haben muss. Vorerst aber
sei es gestattet, auf eine kurze Distanz dem weiteren Verlaufe
der Römerstrasse nachzuspüren. Aus dem Flachlande der
Gurk gelangte sie, wie die Meilensäulen und die anderen Denkmäler
beweisen, längs des Metnitz- und Olsabaches in das
Engthal der Einöd und in die Spalte der Klamm. Ein wesent-1
Knabl in den Mittheilungen des hist. Ver. f. Steiermark, IV. 38 f.
2 Knabl das. I. 38 f.
3 Muchar, Geschichte der Steiermark, I. 403.
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