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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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K  o  h  n.

wornach  die  Römerstrasse  zwischen  dem  Zollfelde  und  dem
Gurkthale  die  Bahn  der  modernen  Postchaussee  eingehalten
haben  sollte.  Die  mächtige  Curve,  welche  diese  über  St.  Veit
beschreibt,  erklärt  sich  durch  das  Motiv,  einen  der  bedeutendsten ­
  Orte  des  Landes,  die  einstige  Residenz  der  kärnthnerischen
Herzoge  an  den  Vortheilen  des  Handelsverkehrs  theilnehmen
zu  lassen.  Dieses  Interesse  existirte  aber  kaum  in  den  Zeiten
der  Römer.  Ihnen  darf  man  eine  so  unpraktische  Zeit-  und
Müheverschwendung  umsoweniger  zumuthen,  als  es  ihnen  bekanntlich ­
  bei  jeder  Strasse,  die  sie  von  Italien  an  die  Reichsgrenzen ­
  hinzögen,  darum  zu  tluxn  war,  eine  möglichst  kurze
Verbindungslinie  für  die  rasche  Beförderung  der  Heere  und
Beamten  zu  schaffen.  Entscheidender  als  diese  allgemeine  Erwägung ­
  ist  die  Thatsache,  dass  das  knappe  Meilenmass  des
Krummfeldner  Steines  mit  einem  derartigen  Strassenlaufe
völlig  unvereinbar  ist.  Es  gibt  eine  einzige  von  der  Natur
selbst  vorgezeichnete  Bahn,  welche  mit  diesem  unverwerflichen
Zeugnisse  zusammenstimmt:  sie  vermeidet  die  Schlangenwindungen ­
  der  modernen  Poststrasse  und  ist  auch  weitaus  bequemer, ­
  weil  sie  sich  durchaus  im  Flachlande  bewegt.  Nimmt
man  an,  unsere  Strasse  sei  über  St.  Donat  und  Osterwitz  in
der  Richtung  der  heutigen  Eisenbahnchaussee  in  das  Gurkthal
hinausgezogen,  und  habe  weiterhin  in  diesem  über  Passering,
Lind  und  Silberegg,  wo  noch  zu  Anfang  unseres  Jahrhunderts
zwei  Meilensteine  von  Garns,  Carinus  und  Numerianus  gesehen
wurden, 1  vorbei  nahezu  nordwärts  gestrebt,  so  erklärt  sicli
Alles  auf  das  Beste.  Dann  wird  es  auch  verständlich,  warum
sie  überhaupt  das  an  der  östlichen  Thalwand  liegende  Krumrafelden
  berührt  und  nicht  gleich  der  Chaussee  der  Neuzeit  sich
in  dieser  Gegend  an  die  westliche  Thalwand  hält.  Dann,  und
nur  dann  stimmt  die  Abstandsangabe  des  Krummfeldner  Steines
A  VIR.  M.  P.  XV  zur  thatsächlichen  Entfernung  seines  Fundortes ­
  von  Virunum.  Dann  bietet  endlich  auch  die  Ermittlung
des  Standortes  der  Station  Matucaium  nicht  die  geringste
Schwierigkeit.  Stand  der  fünfzehnte  Meilenzeiger  hinter  Virunum ­
  zu  Krummfelden,  so  musste  Matucaium,  dessen  Stand  die
Tabula  mit  XIV  m.  p.  beziffert,  y s  Meile  südlich  von

1  Carinthia,  Jahrgang-  1819,  Nr.  3.
            
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