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Verzeichnissen gemeinsam sei; von Gabromagus aber bis
Virunum habe unsere Strasse in den Zeiten der Tabula andere
Gegenden durchmessen als in den Tagen des Itinerars. Andere
Schriftsteller, darunter Männert, 1 Knabl 2 und Kenner verfechten
dagegen die Ansicht, dass beide Quellen durchwegs, also
auch dort, wo sie verschiedene Ortsnamen aufweisen,, eine und
dieselbe Strasse im Auge haben. Die Entscheidung dieser
Frage wäre nicht schwer, wenn die Daten der beiden Wegverzeichnisse
in tadelloser Correctheit vorlägen. Dies ist aber
offenkundig nicht der Fall. Beide fordern, wie sich zeigen
wird, mit zwingender Gewalt zu Correcturen heraus. Natürlich
tielen diese je nach dem Standpunkte des Schriftstellers zur
beregten Frage verschieden aus. Insbesondere mussten jene,
welche eine durchgängige Identität der Wege voraussetzten,
darauf abzielen, die Summen der Distanzziffern beider Quellen
durch Correcturen ins Gleiche zu bringen. Um nicht von
einer vorgefassten Meinung ausgehend — eine überzeugende
Begründung hat bisher weder die eine noch die andere Hypothese
erfahren — den überlieferten Daten Zwang anzuthun,
lassen wir vorderhand diese schwierige Frage ganz bei Seite.
Versuchen wir zunächst den Strassenzug der Tabula und die
Standorte ihrer Stationen auszumittoln. Die Angaben dieser
Quelle sind detaillirter und schon deswegen zuverlässiger als
jene des Itinerars. Für den südlichen Theii werden uns sorgfältige
Terrainstudien und die Daten antiker Meilenzeiger
werthvolle Hilfsmittel an die Hand geben. Für die nördliche
Strecke aber, wo beide Wegverzeichnisse dieselben Stationen
nennen und daher über die Identität des Weges keinen Zweifel
aufkommen lassen, dürfen wir ohneweiters die Daten des Itinerarium
Antonini zur Controle heranziehen. Sind wir so zu
einem sicheren Ergebniss über die Strasse der Tabula gelangt,
dann wird die Entscheidung der Frage, ob der südliche Theii
der Itinerarstrasse mit jenem der Tabula Zusammenfalle, um
vieles leichter sein.
Die Tabula Peutingeriana misst die einzelnen Distanzen
unserer Koute von Süden nach Norden. In gleicher Weise
1 Geographie der Griechen und Römer III, 645 ff.
2 Mittheilungen des histor. Vereins für Steiermark, XVIII, 114 ff.