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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Ko  h  11.

Verzeichnissen  gemeinsam  sei;  von  Gabromagus  aber  bis
Virunum  habe  unsere  Strasse  in  den  Zeiten  der  Tabula  andere
Gegenden  durchmessen  als  in  den  Tagen  des  Itinerars.  Andere
Schriftsteller,  darunter  Männert,  1  Knabl 2  und  Kenner  verfechten ­
  dagegen  die  Ansicht,  dass  beide  Quellen  durchwegs,  also
auch  dort,  wo  sie  verschiedene  Ortsnamen  aufweisen,,  eine  und
dieselbe  Strasse  im  Auge  haben.  Die  Entscheidung  dieser
Frage  wäre  nicht  schwer,  wenn  die  Daten  der  beiden  Wegverzeichnisse ­
  in  tadelloser  Correctheit  vorlägen.  Dies  ist  aber
offenkundig  nicht  der  Fall.  Beide  fordern,  wie  sich  zeigen
wird,  mit  zwingender  Gewalt  zu  Correcturen  heraus.  Natürlich
tielen  diese  je  nach  dem  Standpunkte  des  Schriftstellers  zur
beregten  Frage  verschieden  aus.  Insbesondere  mussten  jene,
welche  eine  durchgängige  Identität  der  Wege  voraussetzten,
darauf  abzielen,  die  Summen  der  Distanzziffern  beider  Quellen
durch  Correcturen  ins  Gleiche  zu  bringen.  Um  nicht  von
einer  vorgefassten  Meinung  ausgehend  —  eine  überzeugende
Begründung  hat  bisher  weder  die  eine  noch  die  andere  Hypothese ­
  erfahren  —  den  überlieferten  Daten  Zwang  anzuthun,
lassen  wir  vorderhand  diese  schwierige  Frage  ganz  bei  Seite.
Versuchen  wir  zunächst  den  Strassenzug  der  Tabula  und  die
Standorte  ihrer  Stationen  auszumittoln.  Die  Angaben  dieser
Quelle  sind  detaillirter  und  schon  deswegen  zuverlässiger  als
jene  des  Itinerars.  Für  den  südlichen  Theii  werden  uns  sorgfältige ­
  Terrainstudien  und  die  Daten  antiker  Meilenzeiger
werthvolle  Hilfsmittel  an  die  Hand  geben.  Für  die  nördliche
Strecke  aber,  wo  beide  Wegverzeichnisse  dieselben  Stationen
nennen  und  daher  über  die  Identität  des  Weges  keinen  Zweifel
aufkommen  lassen,  dürfen  wir  ohneweiters  die  Daten  des  Itinerarium
  Antonini  zur  Controle  heranziehen.  Sind  wir  so  zu
einem  sicheren  Ergebniss  über  die  Strasse  der  Tabula  gelangt,
dann  wird  die  Entscheidung  der  Frage,  ob  der  südliche  Theii
der  Itinerarstrasse  mit  jenem  der  Tabula  Zusammenfalle,  um
vieles  leichter  sein.
Die  Tabula  Peutingeriana  misst  die  einzelnen  Distanzen
unserer  Koute  von  Süden  nach  Norden.  In  gleicher  Weise

1  Geographie  der  Griechen  und  Römer  III,  645  ff.
2  Mittheilungen  des  histor.  Vereins  für  Steiermark,  XVIII,  114  ff.
            
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