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K ohn,
Die römische Heerstrasse von Virunuin nach Ovilava.
Den Lauf der römischen Heerstrasse zwischen Virunum
und Ovilava und die Standorte ihrer Stationen zu erforschen,
ist zu wiederholten Malen unternommen worden. Zu festen,
allgemein angenommenen Resultaten ist es gleichwohl bis heute
nicht gekommen. Diese Thatsache muss um so mehr befremden,
als reiche Funde von antiken Denkmälern — worunter
auch Meilenzeiger — den Daten der alten Itinerarien zu Hilfe
kommen und auch die Gestaltung des zwischen den genannten
Orten liegenden Terrains die Aufgabe wesentlich erleichtert.
Im Gebirgslande sind die grossen Verkehrsadern in mehr oder
weniger enge und scharf vorgezeichnete Bahnen gewiesen.
Gelingt es da, auch nur einige Strassenpunkte unzweifelhaft
festzustellen, so wird es in der Regel nicht schwer, auch den
Lauf ihrer Verbindungslinien zu ermitteln. Allein die Einen
wollten, ohne jede Rücksicht auf die Bodengestaltung unsere
Strasse über schroffe GebirgSkämme und durch unwegsame
Schluchten und Gräben führen, Andere sprangen mit den Itinerarien
auf das Willkürlichste um, indem sie ohne ausreichende
Begründung die Aufeinanderfolge der Stationen oder die überlieferten
Masse ihrer Abstände änderten. Andere hielten den
Fund oder auch das Vorhandensein eines römischen Grabsteines,
ja selbst eine angeblich alte Sage für genügend, um
eine römisch-keltische Ortschaft zu constatiren. Noch Andere
waren über die Grösse des römischen YVegmasses nicht im
Reinen. Alle aber trifft der Vorwurf, in ihren Messungen
mehr oder minder ungenau gewesen zu sein. Auch Kenner,
der jüngst diesen Gegenstand in den Akademieschriften 1 behandelte,
ist davon nicht ganz freizusprechen. Die Natur der
Sache bringt es aber mit sieh, dass schon ein einziger bedeutender
Irrthum in der Distanzenmessung die Standorte der
Stationen verrücken, zu falschen Schlüssen über die Wegrichtung
verleiten oder auch zu unstatthaften Correcturen in
Betreff der Itinerarien führen muss.
Sitzungsberichte der kais. Akademie LXXI. '1. u. 4.