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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xeuophontische  Studien.

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dies  den  Leser  errathen  lasse,  wählend  es  doch  seine  Sache
gewesen  wäre,  dies  selbst  auszusprechen.  Darauf  gründe  ich
nun  die  Vermuthung,  dass  unsere  Stelle  lückenhaft  ist.  Xenophon
  mag  etwa  geschrieben  haben  ol  oe  ;;,iffouvire?  p.s,  sttsI  njvSe
Aperijv  hs-youmv  'j7iox.opi^öij.evot,  ipi.s  cvop.i£ouc.  Kay.tav.  Dann  wäre
die  andere  Frau  als  ’Aperij  bezeichnet  und  vollkommen  begreiflich,
wie  Xenophon  später  xai  r)  Ape-f,  sfaev  sagen  konnte,  zugleich  würde
durch  den  Gegensatz  zu  Apeiv)  die  Benennung  Ka/.ta  entsprechend
motiviert;  endlich  erhielte  so  oTOXopii^opievoi  seine  Erklärung.
Die  andere  Stelle  ist  IV,  6,  5.  Hier  läuft  die  Deduction
ganz  entsprechend  fort  bis  zu  den  Worten:  Oüy.oOv  o 5 .  tcTc  vöp.oiq
TtetOsp.svct  Sbwua  oütoi  ttoioügi:  llävu  p.sv  ouv  scpvj.  Hier  aber  stossen  wir
an.  Wer  möchte  nämlich  behaupten,  dass  dieser  Satz  sich  passend
den  drei  vorausgehenden,  mit  Ouxouv  eingeleiteten  Sätzen  anschliesst
  und  mit  ihnen  eine  Kette  von  Folgerungen  bildet?  Oder
folgt  etwa  aus  dem  Satze,  dass  die,  welche  mit  Menschen  gut
umgehen,  auch  die  menschlichen  Dinge  gut  betreiben,  der  andere,
dass  die,  welche  den  Gesetzen  gehorchen,  gerecht  handeln?  Daher
vermuthe  ich,  dass  ein  Satz  ausgefallen  ist,  welcher  den  zweiten
Theil  der  Argumentation  einleitete,  etwa  folgenden  Inhaltes:
Muss  Jemand  den  Gesetzen  gehorchen,  wofern  er  gerecht  handeln ­
  und  thun  soll,  was  seine  Pflicht  ist?  Bejaht  der  Mitunterredner ­
  diese  Frage,  dann  ergibt  sich  die  weitere  Folgerung:
Also  die,  welche  den  Gesetzen  gehorchen,  handeln  gerecht?
V.
Die  Apomnemoneumata  sind  uns,  wenn  wir  von  den  zahlreichen ­
  Interpolationen  und  den  nicht  häufigen  Lücken  absehen,
sonst  in  einem  ziemlich  reinen  Texte  überliefert.  Es  Anden
sich  wenige  Stellen,  welche  an  solchen  Verderbnissen  leiden,  dass
Sinn  und  Gedanke  ganz  unklar  geworden  sind,  und  was  an
Corruptelen  vorliegt,  lässt  sich  gewöhnlich  ohne  besondere
Schwierigkeit  beheben.  Mit  Recht  sagt  Cobet  (N.  L.  647):
,qui  Über  prae  caeteris  libris  Xenoplionteis  loncje  emendatior  et
paucis  tantum  sententiae  vitiis,  paulo  pluribus  dictionis  infectus
circ\nnfertuv‘.  Unter  den  älteren  Kritikern  haben  besonders
Ernesti,  Weiske  und  Schneider,  unter  den  neueren  Tlirschig,
Gebet  und  Dindorf  die  meisten  Fehler  dieser  Art  verbessert.
Es  bleibt  mir  daher  nur  eine  sehr  geringe  Nachlese  übrig.
            
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