Xenophontische Stadien.
155
denn die Benützung dieser Schrift ist in jenen beiden Paragraphen
augenfällig. Ich will nichts von den Worten §. 18 Küpb?
ye, ei sßuixiev, äp'.azcq av coxet d'pyyov yeveaOai sagen, welche allerdings
An. I, 9, 1 ßaatXixdytaToc; ze xai ap/j.tv aqiüzazoq nachgebildet
sein können; sicher aber sind die folgenden xapa p.sv Kupou
oubei? XeyeTa'. a\JTop.oXvjoai xpop ßaotXea, xapa oe ßaaiXeio? xoXXat
[jwpidoep xpo? Kupov aus An. I, 9, 29 xapa p.ev K6pou . . . ouSel?
äxYjet xpo? ßaatXea . . . xapa os ßacnXeu? xoXXoi xpo? Kupov onrijXOov
(vgl. I, 10, 6 tcuc . . . auTopoX-joavTap) entlehnt; ebenso stimmt
die Stelle §. 19: exeivw os xai oi 91X01 ’Qmzi. ts auvsp.äj'OVTO xai
amGavövtt ouvaxeöavov xävxep xepi xov vexpov p.a/öp.evoi xXyjv Aptatou •
ApiaTop S’ exu^ev exi tu suwvup.w xepaxi xexaypivop mit An. I, 9, 31
axoGv^axovTop yap auxoü xavxep oi xspi auxov eu'Xoi xal auvrpobce£ot
äxsOavov [ra^op.evoi [uxsp Kupou] xXyjv Apiaiou • oüxop Ss xexayp.evop
sxuy^avev exi tu sucovup.u xou ixxtxoü i'p'/wv genau überein. Nun
könnte man zwar sagen, dass Xenophon hier Stellen der Anabasis,
welche er bereits ausgearbeitet hatte, für seine Darstellung
verwerthet habe; aber gerade diese wörtliche Benützung
macht schon jene Paragraphe im hohen Grade verdächtig. Mit
Recht hat daher Nitsche in dem bereits erwähnten Programme
S. 22 ff. dieselben für unecht erklärt. Der Fälscher glaubte,
dass im Vorausgehenden nicht der ältere Kyros, obwol dieser
durch die Worte ccxep euScxitj.wxaxop Sy) ßaotXsup yeyevvjxai ausdrücklich
gekennzeichnet wird, sondern der jüngere Kyros gemeint
sei, zu welchem Irrthume ihn wohl die Aehulichkeit der
Stelle §. 15 und 1(3 mit An. I, 9, 19 ff. verleitete. Sehr charakteristisch
für ihn ist die lächerliche Uebertreibung xoXXai p.upiaoep.
Soweit stimme ich nun mit Nitsche vollkommen überein. Weniger
überzeugend sind seine Gründe für die Unechtheit von
§. 17. Allerdings wird in dieser Antwort des Kritobulos der
gleiche Gedanke wiederholt, wie im §. 12, aber doch mit dem
Unterschiede, dass, was dort allgemein von den Perserkönigen
gesagt ist, hier im Besonderen über den älteren Kyros ausgesprochen
wird. Auch leugne ich nicht, dass die Antwort
breit gehalten ist, dass das Compositum exaydXXeaöai, welches
sonst in attischer Prosa nicht vorkommt, befremden muss
(vgl. Cobet Nov. lect. 576); ex! tu /wpa? evepyoup xoteiv xal
xaxaoxeuäiie'.v ist eine Wiederholung derselben Worte §. 15 mit
einer blossen Umstellung. Es sind also Verdachtsgründe genug