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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xenophontische  Studien.

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Verleumdungen  abzuwehren  und  den  todten  Meister  vor  ganz
Hellas  zu  vertheidigen,  zugleich  aber  auch  hervorzuheben,  wie
ungerecht  die  Verurtheilung  desselben  gewesen  sei.  Da  nun
die  Declamation  des  Polykrates  allem  Anscheine  nach  um  392
v.  CI11-.  verfasst  ist  und  Xenophon  sein  Landgut  bei  Skillus
um  390  erhielt,  so  dürfen  wir  annehmen,  dass  die  Denkwürdigkeiten ­
  in  den  nächsten  Jahren  nach  390  geschrieben  und
ohne  Zweifel  die  älteste  unter  den  Schriften  Xenophons  sind.
Was  die  Abfassungszeit  der  Anabasis  anbetrifft,  so  halte
ich  trotz  der  Einwendungen  Rehdantz’s  (in  seiner  dritten  Ausgabe ­
  der  Anabasis  S.  LIV)  an  der  Ansicht  fest,  welche  ich  in
dem  ersten  Hefte  der  Xenophontischen  Studien  S.  634  ausgesprochen ­
  habe.  Dort  zog  ich  nämlich  aus  den  in  der  ganzen
Beschreibung  des  Landgutes,  wo  nicht  rein  locale  Momente
erwähnt  werden,  angewendeten  Imperfecten  den  Schluss,  dass
Xenophon,  als  er  diese  Stelle  schrieb,  nicht  mehr  im  Besitze
dieses  Gutes  war  und  somit  die  Anabasis,  wenn  gleich  Xenophon ­
  an  ihr  schon  in  Skillus  gearbeitet  haben  mag,  doch  erst
nach  371,  also  nach  der  Schlacht  bei  Leuktra,  welche  seine
Vertreibung  aus  Skillus  zur  Folge  hatte,  herausgegeben  worden
sei.  Dagegen  bemerkt  Rehdantz,  dass  dieser  Schluss  richtig
sein  würde,  wenn  diese  Beschreibung  ein  Selbstständiges,  etwa
wie  ein  Brief  für  sich  Bestehendes  wäre;  aber  dem  Ganzen
einer  fortlaufenden  Erzählung  untergeordnet,  gehe  sie,  was  die
Schilderung  des  Thuns  anlangt,  in  dieselbe  Darstellungsform
der  Vergangenheit  über.  Auch  habe  Xenophon  nur  so  seine
bescheidene  Zurückhaltung  bewahren  können,  während  er  mit
dem  Präsens  sich  dem  Leser  ungebührlich  aufgedrängt  haben
würde.  Nun  verstehe  ich  zwar  Imperfecte,  wie  mxsTto  An.  I,
4,  11,  von  welchen  allerdings  das  gilt,  was  Rehdantz  sagt;  wie
aber  Xenophon  im  Besitze  des  Gutes  die  Sache  so  darstellen
konnte,  als  ob  er  dasselbe  nicht  mehr  besässe  (und  so  musste
doch  jeder  unbefangene  Leser  diese  Imperfecte  auffassen),  das
vermag  ich  nicht  zu  begreifen.  Wenn  ferner  die  Anabasis
wirklich  vor  371  herausgegeben  wurde  und  Jedermann,  wie
ich  dies  a.  a.  0.  S.  637  f.  dargelegt  habe,  Xenophon  als  den
Verfasser  erkennen  musste,  so  sehe  ich  nicht  ein,  was  ihn
abhalten  konnte  die  Präsentia  zu  gebrauchen.  Die  Nachricht
des  Plutarchos,  dass  Xenophon  seine  Anabasis  unter  dem  Namen
            
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