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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xenophontische  Studien.

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Allem  Anscheine  nach  standen  also  die  beiden  grösseren
Dialoge,  über  die  wir  gesprochen  haben,  am  Ende  der  Denkwürdigkeiten, ­
  in  der  Weise,  dass  das  Symposion  den  Schluss
bildete.  Dieses  fügt  sich  ganz  passend  an  den  Oikonomikos
  an,  während  zwischen  IV,  7  und  dem  Oikonomikos
Einiges  ausgefallen  sein  dürfte.  Von  diesem  Ganzen  nun,  was
Xenophon  Apomnemoneumata  nannte,  wurde  zuerst  das  Symposion ­
  losgerissen  und  als  eigenes  Buch  behandelt,  um  es  dem
gleichnamigen  Dialoge  Platons  gegenüberzustellen,  dann  wurde
der  Oikonomikos  abgelöst.  Es  geschah  dies  wol  zu  jener  Zeit,  wo
man  die  verschiedenen  Oixovo[Mxot  zur  Bequemlichkeit  der  Leser
in  einem  Corpus  vereinigte.  Vielleicht  haben  wir  einen  Rest
dieser  Sammlung  unter  den  Schriften  des  Aristoteles  erhalten,
indem  uns  nämlich  in  einigen  Codices  zwei  Ot/,ovoi*ix.oi'  als  erstes
und  zweites  Buch  unter  dem  Titel  ÄptororsXou?  Oi-/.ovc|j.r/.cz  überliefert ­
  sind,  obwol  beide  diesem  Philosophen  nicht  angehören.
Den  ersten  schreibt  Philodemos  ,de  virtutibus  et  vitiis 1  lib.  IX,  c,
6  u.  27  (bei  Hartung;  voll.  Hercul.  III,  p.  VII,  XXVII)  dem
Theophrastos  zu  und  ich  sehe  nicht  ein,  warum  man  diesem
Zeugnisse  den  Glauben  versagen  soll.  1  Ich  stimme  daher  dem,
was  Schümann  Opusc.  III,  226  ff.  hierüber  erörtert  hat,  vollkommen ­
  bei;  nur  möchte  ich  nicht  mit  ihm  in  diesem  Buche
eine  Art  Collegienheft  eines  Zuhörers  oder  eine  Skizze  zum
Behufe  eines  Vortrages  sehen,  sondern,  indem  ich  den  Werth
dieser  Abhandlung  mit  Zeller  (Phil,  der  Griechen,  II,  1,  768)
höher  anschlage,  dieselbe  für  einen  Ausschnitt  aus  einem  der
grösseren  Werke  des  Theophrastos  über  Ethik,  ’HOixa  oder
vespi.  v)Ö6)v,  halten,  gerade  so  wie  die  yapay.-njpes  Excerpte  aus
einem  dieser  beiden  sind  (Zeller  a.  a.  0.  S.  684).  Diese  Ansicht ­
  erhält  eine  Begründung  dadurch,  dass  in  dem  grossen
gegenwärtig  bei  der  problematischen  Natur  jener  Schrift  und  dem  Umstände,
  dass  dieser  Anfang’  jenem  des  Symposion  nachgebildet  zu  sein
scheint,  wol  Niemand  mehr  wagen.  Der  Eingang  des  Buches  über  den
Staat  der  Athener  izspl  8k  ’AOrjvafcov  xoXizzlcxt;  erklärt  sich  durch  die
Verbindung  desselben  mit  seinem  angeblichen  Gegenstücke  über  Lakedämon. ­
  Näheres  hierüber  wird  ein  späteres  Heft  dieser  Studien  bringen.
1  Zeller,  Phil,  der  Griechen  II,  1,  768,  möchte  Eudemos  als  Verfasser  annehmen. ­
  An  der  Autorschaft  des  Aristoteles  hält  ausser  Göttling  (Arist.
Oecon.  Jena  1860,  p.  XIII  ff.)  Spengel  fest  (Münchner  gel.  Anzeigen,
Bd.  7  (1838),  S.  1005  ff.).
            
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