Xenophontische Studien.
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Allem Anscheine nach standen also die beiden grösseren
Dialoge, über die wir gesprochen haben, am Ende der Denkwürdigkeiten,
in der Weise, dass das Symposion den Schluss
bildete. Dieses fügt sich ganz passend an den Oikonomikos
an, während zwischen IV, 7 und dem Oikonomikos
Einiges ausgefallen sein dürfte. Von diesem Ganzen nun, was
Xenophon Apomnemoneumata nannte, wurde zuerst das Symposion
losgerissen und als eigenes Buch behandelt, um es dem
gleichnamigen Dialoge Platons gegenüberzustellen, dann wurde
der Oikonomikos abgelöst. Es geschah dies wol zu jener Zeit, wo
man die verschiedenen Oixovo[Mxot zur Bequemlichkeit der Leser
in einem Corpus vereinigte. Vielleicht haben wir einen Rest
dieser Sammlung unter den Schriften des Aristoteles erhalten,
indem uns nämlich in einigen Codices zwei Ot/,ovoi*ix.oi' als erstes
und zweites Buch unter dem Titel ÄptororsXou? Oi-/.ovc|j.r/.cz überliefert
sind, obwol beide diesem Philosophen nicht angehören.
Den ersten schreibt Philodemos ,de virtutibus et vitiis 1 lib. IX, c,
6 u. 27 (bei Hartung; voll. Hercul. III, p. VII, XXVII) dem
Theophrastos zu und ich sehe nicht ein, warum man diesem
Zeugnisse den Glauben versagen soll. 1 Ich stimme daher dem,
was Schümann Opusc. III, 226 ff. hierüber erörtert hat, vollkommen
bei; nur möchte ich nicht mit ihm in diesem Buche
eine Art Collegienheft eines Zuhörers oder eine Skizze zum
Behufe eines Vortrages sehen, sondern, indem ich den Werth
dieser Abhandlung mit Zeller (Phil, der Griechen, II, 1, 768)
höher anschlage, dieselbe für einen Ausschnitt aus einem der
grösseren Werke des Theophrastos über Ethik, ’HOixa oder
vespi. v)Ö6)v, halten, gerade so wie die yapay.-njpes Excerpte aus
einem dieser beiden sind (Zeller a. a. 0. S. 684). Diese Ansicht
erhält eine Begründung dadurch, dass in dem grossen
gegenwärtig bei der problematischen Natur jener Schrift und dem Umstände,
dass dieser Anfang’ jenem des Symposion nachgebildet zu sein
scheint, wol Niemand mehr wagen. Der Eingang des Buches über den
Staat der Athener izspl 8k ’AOrjvafcov xoXizzlcxt; erklärt sich durch die
Verbindung desselben mit seinem angeblichen Gegenstücke über Lakedämon.
Näheres hierüber wird ein späteres Heft dieser Studien bringen.
1 Zeller, Phil, der Griechen II, 1, 768, möchte Eudemos als Verfasser annehmen.
An der Autorschaft des Aristoteles hält ausser Göttling (Arist.
Oecon. Jena 1860, p. XIII ff.) Spengel fest (Münchner gel. Anzeigen,
Bd. 7 (1838), S. 1005 ff.).