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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

XenophontiBche  Studien.

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Warum  soll  ihn  der  Ueberarbeiter  verworfen  und  einen  anderen
hinzugefügt  haben?  Ich  könnte  auf  solche  Einwürfe  erwidern,
dass  wir  ja  auch  noch  andere  Beispiele  von  Ueberarbeitungen
haben,  ohne  den  Grund,  der  dazu  bestimmte,  angeben  zu
können,  dass  der  Interpolator  den  Schluss,  weil  er  ihm  eben
nicht  betagte,  verworfen  und  durch  einen  anderen  ersetzt  hat.
So  ist  uns  ja  auch  der  echte  Epilog  der  Ivyrupädie  verloren,
ein  falscher  erhalten.  Ich  könnte  darauf  hinweisen,  dass  die
Aenderungen,  welche  der  Redactor  an  dem  ihm  vorliegenden
Originale  vorgenommen  hat,  ziemlich  weitgehende  gewesen  sein
müssen,  namentlich  gegen  Ende  der  Schrift.  Manche  Stelle
macht  den  Eindruck  eines  Excerptes,  wie  besonders  IV,  6,  12  ff.
Alles  dies  könnte  ich  erwidern,  wenn  ich  nicht  der  Ansicht
wäre,  dass  sich  über  diese  dunkle  Partie  doch  einiges  Licht
durch  die  Erörterung  des  Verhältnisses,  in  welchem  der  Oikonomikos
  zu  den  Apomnemoneumata  steht,  verbreiten  Hesse.
Dieser  Dialog,  der  bekanntlich  ebenso  wie  das  Symposion
nachweislich  zu  Ciceros  Zeit  als  eine  selbstständige  Schrift
betrachtet  wurde,  beginnt  nämlich  mit  den  Worten  ijzoutra  Be
xcts  atnou  y.ai  icept  oiy.ovojj.iai;  TOtäBs  otaXeYOjj.svou,  also  mit  der  Formel, ­
  mit  welcher  in  unserer  Schrift  mehrfach  (vgl.  II,  4  u.  5)
Gespräche  eingeleitet  und  an  das  Vorhergehende  angereiht  sind.
Schon  daraus  und  dann  aus  den  Wörtchen  Be,  aÜTou  und  y.at
erhellt,  dass  der  Oikonomikos  unmöglich  eine  selbstständige
Schrift  sein  kann.  Nichts  desto  weniger  hat  man  ihn  im  Alterthume
  für  eine  solche  gehalten,  wie  dies  aus  der  bekannten
Stelle  des  Galenos  (vol.  12,  p.  288  Chart.)  erhellt:  Kat  toi  tivs;
st;  toooütov  ^y.ouat  oo^ta;  mote  tou  Esvoowvto;  Oiy.ovojj.ty.ou  jj.vvjjj.ovsustv
otö|j.svot  jj-apiupsTv  aurot;  s0o;  etvat  toT;  TraXaioT;  sv  äp/jfl  AÖyou  yjfrp0at
tm  Bs  ouvBeojj.M  Bia  touto  oaotv  äpjjsaOat  t’ov  SsvotpuvTa  tou  ouYYpajj.-|j.aT0;
  outm; -  ’l-Iyouaa  .  .  .  BiaXeY°p.evou,  [j.yj  yty/dixnionei  Sn  to  ßtßXt'ov
toüto  töv  SMy.paTtzöv  ’ATOjj.vjj[j.ovsujj.äTMv  eari  t'o  sa/aTOv.  Aus  dieser
Stelle  ersieht  man,  dass  Galenos  in  diesem.  Puncte  viel  vernünftiger ­
  dachte  als  so  manche  Andere,  ferner  dass  in  dem
Exemplare,  welches  er  besass,  der  Oikonomikos  unmittelbar
an  die  Apomnemoneumata  angereiht  war,  wie  ja  dies  auch  in
einigen  unserer  Handschriften  der  Fall  ist.  Weitere  Schlüsse
daraus  zu  ziehen  wäre  höchst  bedenklich.  Galenos  las  sicher
die  Apomnemoneumata  in  der  Gestalt,  wie  sie  uns  vorliegen,
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXX.  Bd.  I.  Hft.  10
            
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