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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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S  c  h  e  n  k  1.

ohne  entsprechende  Verbindung  der  Gedanken  und  dazu  recht
dürftig  erscheinen  müsste.
Erwägt  man  nun,  dass  dieses  Schlusscapitel  in  der  Unklarheit ­
  der  Gedanken,  in  der  unvermittelten  Anreihung  der
einzelnen  Sätze,  in  dem  Bestreben,  alles  auf  die  Spitze  zu
treiben,  in  der  Vorliebe  für  schöne  Tiraden,  in  der  Unfähigkeit ­
  sich  verständlich  auszudrücken,  in  dem  mangelhaften  Satzbaue, ­
  endlich  in  dem  eigenthümlichen  Gebrauche  von  Wörtern
und  Wortformen,  welcher  auf  die  Periode  nach  Alexander  dem
Grossen  hinweist,  entschiedene  Aelinlichkeit  mit  den  anderen
interpolierten  Stellen  bat,  wie  wir  sie  im  Vorhergehenden  nachgewiesen ­
  haben,  so  liegt  die  Vermuthung  nahe,  dass  diese
Interpolationen  sämmtlich  von  einem  und  demselben  Fälscher
und  Ueberarbeiter  unserer  Schrift  herrühren.  Wie  wir  gesehen
haben,  ist  derselbe  mit  den  historischen  Verhältnissen  nur
nothdürftig  bekannt,  über  das  attische  Rechtswesen  hat  er  verkehrte ­
  Anschauungen  (vgl.  die  Bemerkungen  zu  II,  1,  4,  IV,  4,  4),
er  kennt  bereits  die  theologischen  Lehren  der  Stoiker  (vgl.  die
Bemerkung  zu  IV,  3,  13),  sein  Stil,  wenn  er  auch  sichtlich
bestrebt  ist  den  Xenophon  zu  copieren,  weicht  doch  vielfach
vom  Atticismus  ab  und  hat  die  Färbung  der  sogenannten  zoivv)
oiotlezTO?.  Nach  alle  dem  war  der  Mann  kein  Athener  und
lebte  nach  Alexanders  Zeit.
Von  ihm  rührt,  wie  die  Proömien  und  Epiloge  zeigen,
die  Eintheilung  der  Schrift  in  vier  Bücher  her,  denen  er  einen
ziemlich  gleichen  Umfang  zu  geben  bemüht  war.  Das  erste
Buch  entspricht  an  Grösse  ganz  dem  zweiten;  das  dritte  ist
nur  ein  wenig  stärker  als  die  beiden  vorhergehenden,  vielleicht
deshalb,  weil,  wie  ich  schon  früher  angedeutet  habe,  der  Ueberarbeiter ­
  die  Stelle  IV,  1  als  Proömium  des  vierten  Buches
benützen  wollte.  Für  das  vierte  Buch  scheint  der  vorhandene
Stoff  nicht  ausgereicht  zu  haben  und  daher  erklärt  es  sich,
dass  der  Ueberarbeiter  durch  grössere  Interpolationen  diesem
Buche  die  erforderliche  Fülle  und  einen  gleichen  Umfang  wie
dem  dritten  zu  geben  suchte.
Aber,  wird  man  sagen,  wie  kam  denn  Jemand  auf  den
Gedanken  eine  solche  Ueberarbeitung  vorzunehmen?  Das  Buch
muss  doch  einen  Schluss  gehabt  haben;  mit  IV,  7  konnte  es
unmöglich  endigen.  Wo  ist  dieser  Schluss  hingekommen?
            
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