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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xenophontische  Studien.

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gewisse  Gedankenverbindung  ergibt;  wer  wird  aber  glauben,
dass  Xenophon  eine  Thatsache,  welche  er  früher  eingehend
besprochen  hat,  hier  nur  mit  einigen  und  keineswegs  bezeichnenden ­
  Worten  angedeutet  haben  soll,  ohne,  wie  es  doch  sonst
seine  Gewohnheit  ist,  auf  das  Vorhergehende  zu  verweisen.
Dazu  kommt,  dass  die  Phrase  ei  oe  v.q  \mXko'>  f}  xazä  tvjv  LOp«-7ciwjv
  uo<pi'av  wtpeXsIcrOai  ßoulono  und  auch  das  ganz  allgemeine  irepi
twv  TcpaYp.oc-rwv  sich  von  Seite  der  Stilistik  nicht  besonders  empfehlen. ­
  Aber  diese  Worte,  fährt  Lange  fort,  bilden  auch
keinen  passenden  Uebergang  zu  dem  folgenden  Capitel,  da  in
demselben  nicht  davon  die  Rede  ist,  dass  Sokrates  nach  Höherem ­
  strebte,  als  was  der  menschlichen  Einsicht  vergönnt  ist,
oder  dass  er  sich  der  Mantik  bediente.  Es  ist  ganz  richtig,
dass  dieser  Uebergang  kein  besonders  gelungener  ist;  aber  dem
Interpolator  genügte  die  allgemeine  Erwähnung  der  Mantik,
um  damit  die  Bemerkung  über  die  Art,  wie  sich  das  Dämoniou
  bei  dem  Processe  des  Sokrates  äusserte,  einzuleiten.
Solche  nicht  gehörig  vermittelte  Uebergänge  finden  sich  ja
mehrfach  in  den  interpolierten  Stellen.  Anlass  zu  dieser  Verbindung ­
  gaben  die  Paragraphe  I,  1,  2  ff.,  in  welchen  das  Dämonion ­
  als  eine  Art  der  Mantik  dargestellt  wird.
Würde  man  Jemand,  der  unsere  Schrift  bis  zu  dem  Endcapitel
  gelesen  hat,  fragen,  was  er  nun  für  einen  Schluss
erwarte  (denn  das  Buch  sei  hier  dem  Stoffe  nach  zu  Ende),
so  möchte  er  wol  die  Vermuthung  aussprechen,  Xenophon
habe  den  Inhalt  der  Schrift  kurz  recapituliert  und  daraus  nochmals ­
  den  Schluss  gezogen,  wie  ungegründet  die  Anschuldungen
seien,  welche  man  gegen  Sokrates  vorgebracht  habe.  Statt
dessen  erhalten  wir  eine  Auseinandersetzung  über  den  Process
und  Tod  des  Meisters,  welche  nach  Inhalt  und  Gedankengang
kein  einheitliches  Ganze  bildet.  Wollte  Xenophon  wirklich  den
Vorwurf  widerlegen,  Sokrates  habe  sich  als  Lügner  herausgestellt, ­
  weil  er  trotz  seines  Vorgebens,  dass  ihm  das  Dämonion ­
  andeute,  was  er  thun  solle  und  was  nicht,  von  den  Richtern ­
  zum  Tode  verurtheilt  worden  sei,  so  musste  dies  gleich
im  Eingänge  der  Schrift  (I,  1,  4  f.),  wo  er  ausführlich  von
dem  Dämonion  spricht,  erörtert,  nicht  aber  hier  so  nebenher
abgethan  werden.  Und  wie  merkwürdig,  dass  Xenophon  hier
mehreres  über  die  letzten  Lebenstage  des  Sokrates  berichtet,
            
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