Xenophontische Studien.
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gewisse Gedankenverbindung ergibt; wer wird aber glauben,
dass Xenophon eine Thatsache, welche er früher eingehend
besprochen hat, hier nur mit einigen und keineswegs bezeichnenden
Worten angedeutet haben soll, ohne, wie es doch sonst
seine Gewohnheit ist, auf das Vorhergehende zu verweisen.
Dazu kommt, dass die Phrase ei oe v.q \mXko'> f} xazä tvjv LOp«-7ciwjv
uo<pi'av wtpeXsIcrOai ßoulono und auch das ganz allgemeine irepi
twv TcpaYp.oc-rwv sich von Seite der Stilistik nicht besonders empfehlen.
Aber diese Worte, fährt Lange fort, bilden auch
keinen passenden Uebergang zu dem folgenden Capitel, da in
demselben nicht davon die Rede ist, dass Sokrates nach Höherem
strebte, als was der menschlichen Einsicht vergönnt ist,
oder dass er sich der Mantik bediente. Es ist ganz richtig,
dass dieser Uebergang kein besonders gelungener ist; aber dem
Interpolator genügte die allgemeine Erwähnung der Mantik,
um damit die Bemerkung über die Art, wie sich das Dämoniou
bei dem Processe des Sokrates äusserte, einzuleiten.
Solche nicht gehörig vermittelte Uebergänge finden sich ja
mehrfach in den interpolierten Stellen. Anlass zu dieser Verbindung
gaben die Paragraphe I, 1, 2 ff., in welchen das Dämonion
als eine Art der Mantik dargestellt wird.
Würde man Jemand, der unsere Schrift bis zu dem Endcapitel
gelesen hat, fragen, was er nun für einen Schluss
erwarte (denn das Buch sei hier dem Stoffe nach zu Ende),
so möchte er wol die Vermuthung aussprechen, Xenophon
habe den Inhalt der Schrift kurz recapituliert und daraus nochmals
den Schluss gezogen, wie ungegründet die Anschuldungen
seien, welche man gegen Sokrates vorgebracht habe. Statt
dessen erhalten wir eine Auseinandersetzung über den Process
und Tod des Meisters, welche nach Inhalt und Gedankengang
kein einheitliches Ganze bildet. Wollte Xenophon wirklich den
Vorwurf widerlegen, Sokrates habe sich als Lügner herausgestellt,
weil er trotz seines Vorgebens, dass ihm das Dämonion
andeute, was er thun solle und was nicht, von den Richtern
zum Tode verurtheilt worden sei, so musste dies gleich
im Eingänge der Schrift (I, 1, 4 f.), wo er ausführlich von
dem Dämonion spricht, erörtert, nicht aber hier so nebenher
abgethan werden. Und wie merkwürdig, dass Xenophon hier
mehreres über die letzten Lebenstage des Sokrates berichtet,