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Schenkl.
wir sie jetzt haben, Vorlagen. Es muss jedem Unbefangenen
einleuchten, dass der Bearbeiter durch die ungeschickten Verkürzungen
und Erweiterungen, welche er vornahm, durch die
Uebertreibungen und die groben Fehler, die ihm zur Last
fallen, sein Vorbild nicht verbessert, sondern verschlechtert hat.
Die gegentheilige Annahme, der Verfasser des Schlusscapitels
habe sein Original, die Apologie, in den Stellen, welche er ihr
entlehnte, verbessert, ist ganz unwahrscheinlich. Ich glaube
aber auch nacliweisen zu können, dass das Schlusscapitel
ebenfalls unecht ist und nach allem Vermuthen von demselben
Fälscher herrührt, dessen Spuren wir schon so oft begegnet
sind. Dass Derjenige, welcher die Apologie schrieb, noch
tiefer stand als der Verfasser jenes Capitels, ist noch kein
Beweis für die Tüchtigkeit des Letzteren und die Vortrefflichkeit
seiner Arbeit. Wenn nun Pohle den Schluss der Apomnemoneumata
als echt Xenophontisch erweisen will und selbst
Hug meint, in dem ganzen Stücke finde sich nichts, wo man
nicht mit den gewöhnlichen Mitteln der Textkritik auskommen
könne, so ist gewiss eine ausführliche Erörterung dieser Frage
geboten. Da ich der Ansicht bin, dass Lange in seiner Schrift
eine ganze Reihe treffender Gründe für die Unechtheit dieses
Stückes beigebracht hat, welche durch den Versuch Pohle’s
ihn zu widerlegen nicht im Mindesten entkräftet sind, so werde
ich da, wo ich mit Lange einverstanden bin, die Sache nur
kurz berühren und hinsichtlich des Näheren auf seine Schrift
verweisen.
Der letzte Paragraph des siebenten Capitels ist, wie Dindorf
Praef. p. XIII bemerkt, seinem Inhalte nach eine blosse
Wiederholung von I, 1, 6, wo dieser Gedanke viel klarer und
ausführlicher dargelegt werde. Auch sehe man deutlich, dass
der Satz hier nur eingeschoben sei, um die folgende Erörterung
über die Vertheidigung und den Tod des Sokrates anzuknüpfen.
Deshalb erklärt Dindorf diese Worte für unecht. Ihm widerspricht
Lange (S. 40), aber mit nicht überzeugenden Gründen.
Allerdings finden sich in unserer Schrift, was nicht zu vermeiden
war, Wiederholungen und ebenso richtig ist es, dass
in dem siebenten Capitel gezeigt wird, wie Sokrates bemüht
war, diejenigen, welche mit ihm verkehrten, zur Selbstständigkeit
im praktischen Leben anzuleiten, wornach sich eine