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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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Schenkl.

wir  sie  jetzt  haben,  Vorlagen.  Es  muss  jedem  Unbefangenen
einleuchten,  dass  der  Bearbeiter  durch  die  ungeschickten  Verkürzungen ­
  und  Erweiterungen,  welche  er  vornahm,  durch  die
Uebertreibungen  und  die  groben  Fehler,  die  ihm  zur  Last
fallen,  sein  Vorbild  nicht  verbessert,  sondern  verschlechtert  hat.
Die  gegentheilige  Annahme,  der  Verfasser  des  Schlusscapitels
habe  sein  Original,  die  Apologie,  in  den  Stellen,  welche  er  ihr
entlehnte,  verbessert,  ist  ganz  unwahrscheinlich.  Ich  glaube
aber  auch  nacliweisen  zu  können,  dass  das  Schlusscapitel
ebenfalls  unecht  ist  und  nach  allem  Vermuthen  von  demselben
Fälscher  herrührt,  dessen  Spuren  wir  schon  so  oft  begegnet
sind.  Dass  Derjenige,  welcher  die  Apologie  schrieb,  noch
tiefer  stand  als  der  Verfasser  jenes  Capitels,  ist  noch  kein
Beweis  für  die  Tüchtigkeit  des  Letzteren  und  die  Vortrefflichkeit ­
  seiner  Arbeit.  Wenn  nun  Pohle  den  Schluss  der  Apomnemoneumata
  als  echt  Xenophontisch  erweisen  will  und  selbst
Hug  meint,  in  dem  ganzen  Stücke  finde  sich  nichts,  wo  man
nicht  mit  den  gewöhnlichen  Mitteln  der  Textkritik  auskommen
könne,  so  ist  gewiss  eine  ausführliche  Erörterung  dieser  Frage
geboten.  Da  ich  der  Ansicht  bin,  dass  Lange  in  seiner  Schrift
eine  ganze  Reihe  treffender  Gründe  für  die  Unechtheit  dieses
Stückes  beigebracht  hat,  welche  durch  den  Versuch  Pohle’s
ihn  zu  widerlegen  nicht  im  Mindesten  entkräftet  sind,  so  werde
ich  da,  wo  ich  mit  Lange  einverstanden  bin,  die  Sache  nur
kurz  berühren  und  hinsichtlich  des  Näheren  auf  seine  Schrift
verweisen.
Der  letzte  Paragraph  des  siebenten  Capitels  ist,  wie  Dindorf
  Praef.  p.  XIII  bemerkt,  seinem  Inhalte  nach  eine  blosse
Wiederholung  von  I,  1,  6,  wo  dieser  Gedanke  viel  klarer  und
ausführlicher  dargelegt  werde.  Auch  sehe  man  deutlich,  dass
der  Satz  hier  nur  eingeschoben  sei,  um  die  folgende  Erörterung
über  die  Vertheidigung  und  den  Tod  des  Sokrates  anzuknüpfen.
Deshalb  erklärt  Dindorf  diese  Worte  für  unecht.  Ihm  widerspricht ­
  Lange  (S.  40),  aber  mit  nicht  überzeugenden  Gründen.
Allerdings  finden  sich  in  unserer  Schrift,  was  nicht  zu  vermeiden ­
  war,  Wiederholungen  und  ebenso  richtig  ist  es,  dass
in  dem  siebenten  Capitel  gezeigt  wird,  wie  Sokrates  bemüht
war,  diejenigen,  welche  mit  ihm  verkehrten,  zur  Selbstständigkeit ­
  im  praktischen  Leben  anzuleiten,  wornach  sich  eine
            
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