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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xenophontische  Studien.

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zusammenhält,  dann  wird  man  wol  kein  Bedenken  tragen
dieses  Machwerk  mit  Dindorf  dem  Xenophon  abzusprechen.
Wir  kommen  nun  zu  dem  jetzigen  Schlusscapitel  der
Schrift,  welches  gerade  in  der  letzten  Zeit  ein  Gegenstand
lebhafter  Erörterung  geworden  ist.  Während  nämlich  R.  Lange
in  der  Doctordissertation:  ,de  Xenophontis  quae  dicitur  Apologia
  et  extremo  Commentariorum  capite'  (Halle,  1873)  die  Ansicht ­
  vertritt,  dieses  Capitel  sei  unecht  und  zum  Theile  aus
der  gleichfalls  unechten  Apologie  entlehnt,  kommt  E.  Pohle  in
seiner  Abhandlung:  ,die  angeblich  Xenophontische  Apologie  in
ihrem  Verhältnisse  zum  letzten  Capitel  der  Memorabilien,  eine
kritische  Untersuchung'  (Altenburg,  1874),  zu  dem  entgegengesetzten ­
  Resultate,  nämlich  dass  das  achte  Capitel  echt  und
die  Stellen  in  der  unechten  Apologie,  welche  mit  demselben
übereinstimmen,  eben  daraus  entnommen  seien.  Dieser  Ansicht
hat  sich  A.  Hug  (Jenaer  Literaturzeitung  1874,  n.  37,  S.  579  ff.)
angeschlossen;  nur  macht  er  mit  Recht  geltend,  dass  man  nicht
die  Frage  nach  der  Priorität  der  beiden  Schriftstücke  in  einen
unlöslichen  Zusammenhang  mit  der  Frage  nach  der  Echtheit
der  beideu  bringen  und  daher  mit  Pohle  (S.  21)  sagen  darf:
,Wir  stehen  vor  den  beiden  letzten  Möglichkeiten.  Entweder:
die  Apologie  ist  eine  echt  Xenophontische  Schrift;  dann  ist
Mein.  IV,  8  ihr  entnommen  und  unecht.  Oder:  Mein.  IV,  8
ist  echt;  dann  entstammt  die  Apologie  zum  guten  Theile  dem
letzten  Capitel  der  Memorabilien  und  ist  nicht  von  Xenophon'.
Dass  die  Apologie  unecht  sei,  hier  zu  erweisen  halte  ich
nach  dem,  was  Caspers,  Schmitz,  Hug  und  neuerdings  Lange
und  Pohle  hierüber  geschrieben  haben,  für  vollkommen  überflüssig. ­
  Gibt  es  doch  keinen  Philologen,  der  an  ihre  Echtheit
glaubt,  ausser  Cobet,  der  nach  der  editio  secunda  seiner  Variae
lectiones  seine  Ansicht,  die  Apologie  sei  eine  der  reizendsten
Schriften  Xenophons  und  werde  mit  Recht  von  einigen  Gelehrten ­
  als  der  Schluss  der  Memorabilien  betrachtet,  nicht
geändert  hat.  Man  wird  dies  aber  nicht  auffallend  linden,  wenn
man  erwägt,  dass  Cobet  neuerdings  (Mnem.  n.  s.  III,  66  ff.)
die  Echtheit  des  Epilogs  der  Kyrupädie  verficht.  Weiter  stimme
ich  Pohle  und  Hug  darin  vollkommen  hei,  dass  der  Verfasser
der  Apologie  das  Schlusscapitel  der  Apomnemoneumata  ausgebeutet ­
  hat,  welche  ihm  also  schon  in  derselben  Gestalt,  wie
            
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