Xenophontische Studien.
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gefügt, als sie das Gebot erliessen, man solle sich nicht mit
jungen Leuten unterreden, weil dieses Gebot gegen die Gesetze
verstiess. Erstlich gaben die Dreissig oder, wenn man will,
Kritias und Charikles als Nomotheten bloss die Verordnung
teyrrfi p/ij oioär/.Eiv, das toTc, veot? [avj , StaXsyecOai war nur
eine specielle Weisung der beiden für Sokrates. Xenophon,
der dies selbst ausführlich erzählt hatte, konnte also unmöglich
sagen tolc, te yap veoic cbrayopeuövrtov aütwv (wer damit gemeint
sein soll, wird Niemand verstehen; der Stellung nach müsste
man aürwv auf tou 3v)p,ou beziehen, also durch t<3v toXitwv erklären)
[J.'b SiaXeyeaOat.... p.ovo? oüx, raeiaGy;, abgesehen davon, dass
Sokrates I, 2, 33 ff. ausdrücklich erklärt sich der Verordnung und
der speciellen Weisung fügen zu wollen und nur in seiner gewohnten
Weise die Verkehrtheit demselben darzulegen sucht. Man
sieht übrigens leicht, wie der Interpolator zu jener ungereimten
Fassung kam; er wollte nämlich diesen Fall mit dem anderen,
welcher den Leon betraf, verknüpfen und dabei möglichst kurz
sein. TJebrigens erinnert in dem zweiten Gliede icpoata^dvcwv . . .
äyayeTv an TcpocsTaijav ayayetv bei Plat. Ap. c. 20. Im dritten
Paragraphe wird viermal hervorgehoben, es sei durch die Gesetze
verboten gewesen, dass Angeklagte den Richtern schmeicheln
oder sie um Lossprechung bitten. Die Unwahrheit dieser
Annahme für die frühere Zeit hat schon Geel nachgewiesen.
Man braucht nur Aristoph. Vesp. 389 ff., 548 ff. zu vergleichen,
um zu sehen, dass im Gegentheile dies stehende Sitte war und
der Demos niemals seine Souveränität besser fühlte, als wenn
er zu Gerichte sass und die Angeklagten ihn knieend anflehten.
Und selbst was die späteren Zeiten anbetrifft, wird wol Niemand
so leicht dem Athenäos XIII, 590 e glauben, dass nach
dem Processe der Pliryne das Gesetz gegeben worden sei p.Y)oeva
oixT^EcGai Twv ksyövTwv 'j~£p tivoc |j.y;oe ßke^opiEVOv t'ov xavr)YOpo6p.svov
/.ptveaOai. Wer also als Beklagter sich zu Schmeicheleien und
demüthigen Bitten herabliess, der handelte unwürdig und ungerecht,
weil er den Richter von seinem Eide abzulenken suchte,
aber nicht gesetzwidrig. Und daher lässt Platon Ap. p. 3;> B
den Sokrates sagen: /wpi? os tvjc 2> avSpec, oüoe or/.akv p.ot
oo'/.eT slvat oeTcOai toü oixocgtou ouoe oeop.evov <üo:psuyeiv. Aus den
Worten ouoe otxatov, die der Interpolator falsch auffasste, mag
sich auch, wie Geel bemerkt, sein Missverständnis erklären.
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