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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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S  c  li  e  u  lt  1.

dem  Ueberarbeiter,  dem  wir  nach  dieser  und  anderen  Spuren
auch  die  Eintheilung  der  Schrift  in  Bücher  zuzuschreiben  haben ;
besonders  geeignet  zu  sein,  als  Proömium  zu  dienen  und  so
hat  er  denn  hier  den  Einschnitt  gemacht  und  jene  Stelle  mit
einigen  Umänderungen  zur  Einleitung  des  vierten  Buches  verwendet. ­
  Es  wird  dies  uns  später  als  Ausgangspunct  für  eine
wichtige  Folgerung  dienen.
Dass  das  dritte  Capitel  in  keiner  richtigen  Verbindung
mit  dem  Vorhergehenden  steht,  hat  schon  Dindorf  praef.  p.  X
bemerkt.  Im  ersten  Capitel  wird  nämlich  dargelegt,  wie  Sokrates ­
  gegenüber  den  Jünglingen,  mit  welchen  er  verkehrte,
die  Wichtigkeit  der  Bildung  betonte  und  nachwies,  dass  dieselbe ­
  weder  durch  eine  gute  Naturanlage,  noch  durch  Reichthum ­
  ersetzt  werden  könne.  Das  zweite  Capitel  zeigt  in  einem
Gespräche  des  Sokrates  mit  Euthydemos,  wie  derselbe  Jünglinge, ­
  welche  schon  eine  tüchtige  Bildung  zu  besitzen  meinten,
obwol  dies  in  Wahrheit  nicht  der  Fall  war,  und  sich  auf  ihre
Schulweisheit  viel  zu  Gute  thaten,  zur  richtigen  Erkenntniss
führte.  Nun  folgt  im  dritten  Capitel  nach  einer  Einleitung,  die
sich  in  den  uns  bereits  bekannten,  leeren  und  misstönigen  Phrasen
des  Interpolators  bewegt,  ein,e  Unterredung  mit  Euthydemos,
welche  denselben  Inhalt  hat,  wie  jene  mit  Aristodemos  im
ersten  Buche  über  das  Wesen  der  Götter  und  ihre  Einwirkung
auf  die  Weltordnung.  Man  wird  zugeben  müssen,  dass  dieses
Gespräch  nach  der  längeren  Einleitung  im  ersten  Capitel  die
noch  weitere  Erörterungen  über  die  uaiäsfa  erwarten  lässt,  im
höchsten  Grade  befremden  muss.  Weiterhin  ist  es  ganz  unglaublich, ­
  dass  Xenophon  denselben  Gegenstand  in  zwei  Gesprächen, ­
  die  noch  dazu  so  weit  von  einander  getrennt  sind,
behandelt  haben  soll.  Man  könnte  die  Sache  noch  annehmen,
wenn  sich  in  dem  zweiten  Dialoge  ein  verschiedener  Standpunct,
  eine  neue  Auffassung  geltend  machen  würde.  Das  ist
aber  durchaus  nicht  der  Fall.  Und  nun  beachte  man  noch,
wie  das  erste  Gespräch  mit  einer  Reihe  von  Zügen  ausgestattet
ist,  welche  für  Sokrates,  seinen  Mitunterredner  und  ihre  Zeit
charakteristisch  ist,  während  das  zweite  sich  mühsam  in  ganz
allgemeinen  Sätzen  hinschleppt,  die  ebenso  gut  von  anderen
Leuten  als  Sokrates  und  Euthydemos  vorgetragen  werden
konnten.  Entscheidend  aber  für  die  Unechtheit  ist  der  Stil
            
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