Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

Xenopliontische  Studien.

125

darauf  hin,  dass  doch  ursprünglich  jene  Worte  im  Texte  des
Stobäus  standen;  denn  woher  sollte  xcü  aojy.paxcu:;  ov.  etv  d.  i.,
wie  Gaisford  richtig  erkannt  hat,  xoü  Stoy.paxsi  ooveivai  gekommen
sein?  Endlich  scheint  Arrianos  Epict.  Diss.  IV,  1,  169  die
Worte  etie!  y.ai  xb  exetvou  .  .  .  gelesen  zu  haben,  wie  das  die
Stelle  rj  y.ai  itXetov  wcps  Aip.6?  saxiv  avOptoxotc  fj  p,vv;p.Y)  andeutet.
Es  sind  also,  wie  es  scheint,  die  Sätze  cxt.  ..  szslvov  bei  Stobäus
nur  durch  Zufall  weggelassen.  Darin  liegt  also  kein  Beweis,  wol
aber  in  der  Gedankenleere  und  Ungereimtheit  der  Stelle,  in
welcher  die  einzelnen  Sätze  keineswegs  in  einem  logischen
Zusammenhänge  stehen.  Oder  schliesst  sich  etwa  y.ai  yäp  xai'Cwv...
passend  an  das  Voi'hergehende  an?  Und  auch  zwischen  diesem
und  dem  folgenden  Satze  besteht  keine  richtige  Gedankenverbindung. ­
  Endlich  befremdet  die  Construction  axoSs^saOai  xiva,
für  welche  man  nur  Plut.  Arist.  12  einigermassen  vergleichen
kann,  obwol  dort  äxoSE/eaOai  in  einem  etwas  verschiedenen
Sinne  steht.  Uebrigens  ist  mit  der  Ausscheidung  des  ersten
Paragraphes  nichts  geholfen.  Wenn  Dindorf  sagt:  ,Quod  si
totum  omittitur,  satis  apte  sequentia  y.ai  yap  -ai^wv  .  .  .  xou;  cuvotaxpi'ßoua
 1 .  cum  ioculciri  Socratis  etymologia  verbi  Euio/slcOai,  qua
Über  tertius  clauditur,  coniungentur 1 ,  so  will  mir  dies  ,apte‘
nicht  in  den  Sinn.  Man  sehe  nur  die  Schlussworte  des  dritten
Buches  an  und  urtheile  dann,  ob  sich  y.ai  yäp  xa'Xwv  passend
an  dieselben  anschliesst.  Dazu  kommt,  dass  hier,  wie  die  Worte
ou  xüiv  xa  x^p.axa  xpoc  &pav  und  später  xa?  ayaOac  cpuGEic,  xaiOEuOsvxac,
xaiost'ac  zeigen,  nicht  von  den  cuvo'.axpi'ßovxsi;  im  Allgemeinen,
sondern  von  Jünglingen  die  Rede  ist,  welche  mit  Sokrates
umgiengen.  Daher  denn  auch  gleich  im  Folgenden  über  die
Unterredung  mit  Eutliydemos  dem  Schönen  berichtet  wird.
Der  Ueberarbeiter  scheint  sich  also  hier  ziemlich  weitgreifende
Umänderungen  erlaubt  zu  haben.  Mit  dieser  Erkenntniss  müssen
wir  uns  begnügen,  da  wir  den  ursprünglichen  Text  doch  nicht
mehr  herzustellen  vermögen.
Xenophon  hatte  hier  eine  längere  Auseinandersetzung
über  den  bildenden  Einfluss,  welchen  Sokrates  besonders  auf
die  mit  ihm  verkehrenden  Jünglinge  ausübte,  eingeflochten
und  gezeigt,  wie  er  dabei  die  Verschiedenheit  der  Naturen
wol  beachtete  und  je  nach  der  Weise  der  Einzelnen  den
richtigen  Weg  einzuschlagen  verstand.  Diese  Erörterung  schien
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.