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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 80. Band, (Jahrgang 1875)

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S  clienkl.

sondern  in  einer  ziemlich  willkürlichen  Ueberarbeitung'  vorliegt. 1
Was  vor  ihm  in  dieser  Hinsicht  vermuthet  wurde,  gieng  nicht
weit  und  lautete  unbestimmt.  Indessen  dürfte,  wie  das  Folgende
ergeben  wird,  eine  nochmalige  und  tiefer  eingehende  Erörterung
dieser  Frage  wol  die  Mühe  lohnen.  Indem  ich  eine  solche  unternehme, ­
  werde  ich  mich  selbstverständlich  da,  wo  ich  mit  Dindorf’s
  Auseinandersetzungen  übereinstimme,  auf  eine  einfache
Verweisung  beschränken.
In  dem  ersten  Buche  2  läuft  die  Darstellung  ohne  besondere ­
  Störung  dahin.  Abgesehen  von  kleineren  Zusätzen,  wie
sie  sich  in  jedes  Schriftwerk  leicht  einschleichen  konnten,
G-lossemen,  Randbemerkungen  u.  dgl.  (wir  werden  hierüber
später  handeln),  finden  sich  nur  drei  grössere  Interpolationen,
welche  mit  einander  in  Beziehung  stehen  und  die  bestimmte
Absicht  zeigen,  durch  Recapitulationen  die  Deutlichkeit  zu
fördern  oder  einzelnen  Partien  einen,  wie  der  Interpolator
meinte,  besseren  oder  schärferen  Abschluss  zu  geben.  Die
erste  liest  man  am  Ende  des  dritten  Capitels  (§.  15):  trspi  psv
ovj  ßpolcEu?  %tx\  tocewc  xai  äiypoo'.atwv  ouxco  itapsaiceuacpevcx;  vjv  y.at
wsxo  oüosv  3v  apy.oüvtwc  ijSsaOai  xwv  mXka.  eici  xoüxoip  Ttpafpaxeuopsviov,
XuxetcOai  Be  ko'/Jj  Ikaxxov.  Schon  Schneider  nahm  an  dieser  Recapitulation
  Anstoss  und  sicher  hätte  man  dies  alberne  Gerede
schon  längst  vor  Dindorf  verworfen,  wenn  man  nicht  den  überlieferten ­
  Text  als  etwas  betrachtet  hätte,  woran  man  nicht
rütteln  dürfe.  Denn  dieser  Abschluss  ist  ebenso  leer  und
nichtssagend,  als  vollkommen  überflüssig.  Und  wie  ungeschickt

1  Die  vorliegende  Abhandlung,  im  Winter  geschrieben,  war  bereits  Anfangs
April  der  Akademie  übergeben,  als  mir  das  Buch  von  A.  Krolm  ,Sokrates ­
  und  Xenophon 1 ,  Halle  1875,  zukam.  Da  dasselbe  von  ganz  anderen
Voraussetzungen  ausgeht,  so  schien  eine  nachträgliche  Benützung  desselben ­
  nicht  geboten  und  zwar  um  so  mehr,  als  eine  Widerlegung  der
darin  hinsichtlich  der  Apomnemoneumata  aufgestellten  Ansichten,  welche
ich  nicht  billigen  kann,  die  Einschaltung  eines  neuen  Abschnittes  erfordert ­
  hätte.  Ich  behalte  mir  übrigens  vor  mein  Urtheil  über  das  Buch
von  Krohn  an  einem  anderen  Orte  auszusprechen.
2  Es  versteht  sich  von  selbst,  dass  die  Eintheilung  in  vier  Bücher  nicht
von  Xenophon  herrührt  (vgl.  Dindorf  praef.  p.  VI).  Allerdings  fehlt  es
nicht,  wie  ich  recht  gut  weiss,  an  Solchen,  die  dies  leugnen  und  auch
die  erbärmlichen  Proömien  in  Xenophons  Anabasis  für  echt  halten;  für
diese  aber  ist  die  ganze  vorliegende  Abhandlung  nicht  geschrieben.
            
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