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sondern in einer ziemlich willkürlichen Ueberarbeitung' vorliegt. 1
Was vor ihm in dieser Hinsicht vermuthet wurde, gieng nicht
weit und lautete unbestimmt. Indessen dürfte, wie das Folgende
ergeben wird, eine nochmalige und tiefer eingehende Erörterung
dieser Frage wol die Mühe lohnen. Indem ich eine solche unternehme,
werde ich mich selbstverständlich da, wo ich mit Dindorf’s
Auseinandersetzungen übereinstimme, auf eine einfache
Verweisung beschränken.
In dem ersten Buche 2 läuft die Darstellung ohne besondere
Störung dahin. Abgesehen von kleineren Zusätzen, wie
sie sich in jedes Schriftwerk leicht einschleichen konnten,
G-lossemen, Randbemerkungen u. dgl. (wir werden hierüber
später handeln), finden sich nur drei grössere Interpolationen,
welche mit einander in Beziehung stehen und die bestimmte
Absicht zeigen, durch Recapitulationen die Deutlichkeit zu
fördern oder einzelnen Partien einen, wie der Interpolator
meinte, besseren oder schärferen Abschluss zu geben. Die
erste liest man am Ende des dritten Capitels (§. 15): trspi psv
ovj ßpolcEu? %tx\ tocewc xai äiypoo'.atwv ouxco itapsaiceuacpevcx; vjv y.at
wsxo oüosv 3v apy.oüvtwc ijSsaOai xwv mXka. eici xoüxoip Ttpafpaxeuopsviov,
XuxetcOai Be ko'/Jj Ikaxxov. Schon Schneider nahm an dieser Recapitulation
Anstoss und sicher hätte man dies alberne Gerede
schon längst vor Dindorf verworfen, wenn man nicht den überlieferten
Text als etwas betrachtet hätte, woran man nicht
rütteln dürfe. Denn dieser Abschluss ist ebenso leer und
nichtssagend, als vollkommen überflüssig. Und wie ungeschickt
1 Die vorliegende Abhandlung, im Winter geschrieben, war bereits Anfangs
April der Akademie übergeben, als mir das Buch von A. Krolm ,Sokrates
und Xenophon 1 , Halle 1875, zukam. Da dasselbe von ganz anderen
Voraussetzungen ausgeht, so schien eine nachträgliche Benützung desselben
nicht geboten und zwar um so mehr, als eine Widerlegung der
darin hinsichtlich der Apomnemoneumata aufgestellten Ansichten, welche
ich nicht billigen kann, die Einschaltung eines neuen Abschnittes erfordert
hätte. Ich behalte mir übrigens vor mein Urtheil über das Buch
von Krohn an einem anderen Orte auszusprechen.
2 Es versteht sich von selbst, dass die Eintheilung in vier Bücher nicht
von Xenophon herrührt (vgl. Dindorf praef. p. VI). Allerdings fehlt es
nicht, wie ich recht gut weiss, an Solchen, die dies leugnen und auch
die erbärmlichen Proömien in Xenophons Anabasis für echt halten; für
diese aber ist die ganze vorliegende Abhandlung nicht geschrieben.