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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Idole  in  jeder  Hinsicht  als  unecht  zu  verwerfen  seien.  Der  Vortragende ­
  unterwarf  dann  die  prillwitzer  Idole  von  allen  Seiten  einer
scharfen,  aufrichtigen  Kritik,  indem  er  bis  zur  vollsten  Ueberzeugung
  darlegte,  dass  an  die  Echtheit  der  prillwitzer  Idole  nicht  zu
glauben  sei,  indem  1)  das  Metall  (Bronze,  Messing,  Blei  u.  s.vv.
in  offenbar  ganz  jungen  Güssen)  zum  grössten  Theile  dem  gesammten
  Alterthume  offenbar  widerspreche;  2)  der  Guss  so  unvollkommen ­
  sei,  dass  er  mit  allen  Alterthiimern  des  deutschen
Heidenthums  und  namentlich  mit  den  ausgezeichnet,  ja  vollkommen ­
  gearbeiteten  echten  Denkmälern  in  geraden  Widerstreit  trete;
3)  der  Styl  dieser  Puppen  so  roh  und  ungeschlacht  sei,  dass  kein
Volk  des  Alterthums  etwas  so  Schlechtes  producirt  habe,  dass  die
vielen  Schildereien  ,  mit  denen  die  Originale  der  Puppen  an
allen  Gliedern  aufgeputzt  sind,  offenbar  aus  der  französirenden
ltococo-Zeit  um  1700  stammen  und  in  ihrer  galanten  und  eleganten ­
  Bildung  und  oft  kunstreichen  Zeichnung  wenig  oder  nicht  zu
den  plumpen  Formen  der  Idole  selbst  stimmen;  dass  4)  die  Inschriften ­
  nichts  Alterthümliehes  ,  sondern  entweder  seit  alter
Zeit  allbekannte  Wörter,  oder  ganz  unsinnige  Wortformen  geben  ;
dass  5)  das  ebenfalls  ganz  isolirt  dastehende  Runenalphabet
der  Idole  in  jedem  einzelnen  Buchstaben  ganz  und  allein  erweislich ­
  ein  im  Anfänge  des  vorigen  Jahrhunderts  von  unkritischen
meklenburgischen  Schriftstellern  aus  nordischen  Runenwerken
willkürlich  zusarnmengestoppeltes  Alphabet  sei  ,  und  6)  dass  die
Unechtheit  der  Idole  evident  daraus  hervorgehe,  dass  einige  bisher
als  echt  aufgeführte  Hauptgölzen  nur  plump  restaurirte  Nachbildungen ­
  von  einigen  bisher  in  Abbildung  nicht  bekannt  gewordenen ­
  echten  ,  verstümmelten  Figuren  seien  ,  und  dass  diese
Nachbildungen  noch  Spuren  der  neuen  G  y  p  s  formen  und  eines
neuen  Firnisses,  statt  des  edlen  Rostes,  getragen  hätten.  Der  Vortragende ­
  legte  dies  alles  mit  treffenden  Beweisen  ausführlich  dar,
sich  jedoch  die  öffentliche  Auseinandersetzung  durch  den  Druck
vorbehaltend.  Er  ging  sodann  weiter  und  erzählte  in  genauem
Zusammenhänge  die  Geschichte  des  angeblichen  Fundes  und  seiner
verschiedenen  schriftstellerischen  Bearbeitungen  und  kam  endlich
aüf  die  entscheidenderen  Beweismittel,  indem  er  versicherte,  dass,
wie  schon  in  der  bekannten,  in  der  königl.  Akademie  der  Wissenschaften ­
  zu  Berlin  gehaltenen  und  gedruckten  Vorlesung  des  weil.
            
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