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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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dargethan.  Es  scheint  dies  aber  einigen  Literae-Historikern  und
namentlich  auch  Herrn  Grässe  entgangen  zu  sein,  wesshalb  ich
mir  erlaube,  die  Ergebnisse  jener  Beweisführung  liier  in  Kürze  zu
wiederholen  ‘).  Der  Vf.  ist  nämlich,  wie  dies  schon  früher  Quetif
in  den  Scriptores  ordinis  praedicatorum  nachgewiesen  hat,  Thomas ­
  aus  Brabant,  ein  Schüler  Albert  des  Grossen,  den  man  von
einem  dortigen  Augustinerstifte  Cantimpratanum  oder  Cantimpratensem
  nannte;  er  ward  im  J.  1201  in  einer  kleinen  Stadt  bei
Brüssel  geboren  und  starb  im  J.  1270.  Dies  wird  durch  die  Vorrede ­
  eines  andern  von  ihm  verfassten  Werkes:  Bonum  universale
de  apibus, u  in  welcher  er  sich  selbst  als  den  Verfasser  des  erstgenannten ­
  angibt,  bestätigt,  und  durch  die  Berufung  auf  einen
Zeitgenossen  auch  die  Zeit  der  wirklichen  Abfassung  (1230-—44)
näher  bestimmt.  Das  Buch  wurde  in  der  Ursprache  niemals  gedruckt, ­
  nur  nahm  Vinceuz  von  Beauvais  einen  grossen  Tlieil  davon
unter  dem  Titel:  „Ex  libro  de  natura  rerum“  in  sein  speculum
naturale  wörtlich  auf.  Dieses  hat  nun  Conrad  zur  Grundlage  seines ­
  Werkes  genommen,  es  theils  in  das  Deutsche  übersetzt,  tlieils
vermehrt,  erläutert,  widerlegt  und  so  in  völlig  veränderter  Gestalt ­
  und  Ordnung  wieder  gegeben.
Das  neue  Werk  fand  allgemeinen  Beifall  und  wurde  in  alle
Theile  Deutschlands  verbreitet  und  vielfach  gelesen,  auch  scheint
es  später  von  ihm  selbst  wieder  umarbeitet  worden  zu  sein  ,  daher ­
  auch  die  spätem  Berufungen  anf  Herzog  Rudolf  den  IV.,  ja
selbst  jene  auf  den  II.  Domprobst  Conrad  von  Haimberg,  wovon
die  erste  in  die  Jahre  1358  —  1362,  die  letztere,  wie  wir  oben
gesehen  haben,  auf  1364  —  1368  fällt.  Das  Werk  befindet  sich
handschriftlich  in  mehreren  Bibliotheken,  die  Münchener  Hofbibliothek ­
  besitzt  davon,  wie  uns  Schmeller  berichtet,  allein  16  2 ),  die
Wiener  nach  Hoffmann’s  Verzeichniss  7,  und  mitunter  fast  gleichzeitige ­
  aus  dem  14.  Jh. 3 ).
Nach  der  Erfindung  der  Buchdruckerkunst  ward  es  sehr  bald
gedruckt,  es  sind  bis  zum  Jahre  1500,  7  Ausgaben,  und  zwar  alle
*)  Vgl.  Büching’s,  Dr.  J.  G.  Wöchentliche  Nachrichten,  Bd.  II.,  S.  273  ff.
und  293  ff.
s )  Vgl.  Schmeller  in  den  Jahresberichten  der  königl.  baierischen  Akademie
der  Wissenschaften.  III.  Bericht,  1831—1833,  Seite  41.
3 )  Vgl.  Hoffmann  am  angef.  Orte,  Seite  267  ff.
            
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