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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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an  der  Stelle  des  verschwundenen  Veldidena  gemachten  Funde  auf,
die  nach  seiner  Versicherung  in  dem  Prämonstratenserstifte  Wilten
und  im  Schlosse  Ambras  hinterlegt  wurden.  Wichtig  in  Bezug  auf
die  Geschichte  der  Alterthumsforschung  ist  eine  Stelle  in  der  Einleitung ­
  zum  genannten  Werke,  worin  Rösch  man  n  seinen  Aerger
ausspricht  über  die  Sorglosigkeit  der  ihm  vorangegangenen  Zeit,
welche  die  wichtigsten  Alterthümer  gedankenlos  zu  Grunde  gehen
liess.  „Oft,  sagt  er,  wenn  ich  auf  den  nahe  gelegenen  Wiltauer
Feldern  lustwandle,  oder  im  Gebüsche  der  Hügel,  die  Innsbruck  umkränzen, ­
  oder  in  den  Auen  am  Inn  die  herrliche  Gegend  durchstreife,
befällt  mich  Zorn  gegen  unsere  Vorfahren,  denen  der  Sinn  und  die
Thätigkeit  für  Bewahrung  vaterländischer  Alterthümer  fehlte,  die
daher  beinahe  alle  Monumente  verwahrlosten  und  selbst  wenn  sie
solche  aus  der  Erde  gruben,  aus  Unverstand  wieder  zu  Grunde
gehen  Hessen  ;  ich  knirrschte  manchmal  vor  Schmerz,  und  empfand
ihn  nie  tiefer,  als  jüngst,  wo  ich  den  Auftrag  erhielt,  Tirol  historisch
zu  beleuchten.  Da  fühlte  ich,  was  dem  Lande  entgangen  war!”
Aji  Roschmann  schliesst  sich  nicht  sowohl  wegen  des  Umfanges ­
  seiner  Leistungen,  als  wegen  Gediegenheit  der  Arbeiten  sein
Zeitgenosse  der  gelehrte  Roveretaner  Hieronymus  Tartarotti  an
(geboren  2.  Jänner  1706,  gestorben  15.  Mai  1761).  Tartarotti,
dessen  schriftstellerische  Thätigkeit  vielfache  Richtungen  verfolgte
—  er  schrieb  über  lyrische  Poesie,  über  italienische  Beredtsamkeit,
gegen  die  scholastische  Philosophie,  wagte  es  mit  seiner  Abhandlung
Del  congresso  notturno  delle  lande  dem  damals  noch  blühenden
Hexenglauben  entgegenzutreten,  vergriff  sich  aber  später  an  einigen
kirchlich  ehrwürdigen  Ueberlieferungen,  und  erfuhr  darüber  die
nicht  geringe  Beschämung,  dass  seine  Schriften  auf  öffentlichem
Markte  in  Trient  durch  Henkershand  verbrannt  wurden  —  Tartarotti, ­
  dieser  scharfe  zersetzende  Verstand,  versuchte  sich
auch  auf  dem  Gebiete  der  Alterthumsforschung.  Er  dehnte  aber
seine  antiquarischen  Untersuchungen  nicht,  wie  Roschmann,
über  ganz  Tirol  oder  auch  nur  über  einen  grossem  Theil  des
Landes  aus,  sondern  beschränkte  sie  auf  seine  Vaterstadt  Roveredo
  und  auf  deren  nächste  Umgebungen.  Den  Gewinn  seiner  Stu*
dien  hinterlegte  er  in  den  zwei  Werkchen:  ,,Memorie  anliche  di
Rovereto  e  de’  luoghi  circonvicini”  und  „Le  piü  antiche  iscrizioni
  di  Rovereto  e  della  valle  lagarina.  In  Venezia  17.54.”
            
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