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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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und  Quere,  bauten  oder  befestigten  Städte  als  Stützpuftcte  ihrer
Operationen,  und  legten  jene  durch  alle  Thal  Verzweigungen  laufende
Kette  von  Burgen  an,  welche  sich  gegenseitig  im  Auge  behaltend,
vielleicht  die  älteste  Telegraphcn-Linie  in  Europa  bildeten  und
deren  ursprüngliche  Bestimmung,  schnelles  Aufgebot  der  römischen ­
  Besatzungen,  sich  in  den  wirksamen  Kreidenfeuer-Signalcn
bis  auf  unsere  Tage  in  Tirol  erhalten  hat.
Als  im  4.  und  5.  Jahrhunderte  die  germanischen  Völker  in
ihren  Tiefen  aufgeregt,  wie  Fluthen  einander  nach  Italien  vorschoben, ­
  ward  auch  in  Tirol,  wie  anderwärts,  beinahe  alles  was  die
Römer  gepflanzt  und  gebaut,  zertreten  und  zertrümmert;  aber  es
senkten  sieh  die  Keime  vieler  germanischer  Volksstämme  in  den
tirolischen  Boden  ein,  und  wahrten  und  entwickelten  in  der  schützenden ­
  Thaleinsamkeit  die  Ursprünglichkeit  ihres  Wesens  in  einer
Weise,  die  dem  deutschen  Alterthumsforscher  mit  reicher  Ausbeute ­
  die  Mühe  lohnt.
Bei  dieser  Dankbarkeit  der  Arbeit  ist  es  daher  kein  Wunder,
wenn  sich  die  Thätigkeit  der  Gelehrten  der  Erforschung  des  Alterthums ­
  mit  so  viel  Vorliebe  zuwendete,  dass  Tiro!  über  seine  Urzeit ­
  eine  reichere  Literatur  aufzuweisen  hat,  als  über  die  mittlere
und  neuere  Zeit.  Das  allein  schon,  was  über  den  Ursprung  der
sette  und  tredici  communi,  deren  Bevölkerung  man  für  Beste
der  versprengten  Cimbern  hielt,  geschrieben  wurde,  bildet  fiir  sich
eine  Literatur.  Hat  auch  die  Frage,  seitdem  Herr  Budolf  Kink
aus  Urkunden,  und  Herr  Andreas  Sch  melier  und  unser  verehrtes
Mitglied  der  kais.  Rath  Herr  Joseph  Bergmann  vom  sprachlichen
Standpuncte  aus  die  Lächerlichkeit  der  frühem  Behauptung  nachgewiesen, ­
  ihren  Werth  verloren,  so  wurde  doch  bei  ihrer  Untersuchung ­
  so  viel  Licht  über  die  älteste  Zeit  verbreitet,  dass  man  die
gewonnenen  Resultate  dankbar  anerkennen  muss,
Der  erste,  der  sich  auf  das  Gebiet  der  tirolischen  Altcrthumsforsclmng
  wagte,  und  sich  unstreitig  grosse  Verdienste  erwarb,
war  der  Hof-Archivar  und  Vorsteher  der  Theresianischen  Bibliothek
in  Innsbruck,  Anton  Roschmann,  geboren  zu  Hall  im  Innthale
am  7.  December  1694,  gestorben  zu  Innsbruck  25.  Juni  1760.  Die
literarische  Thätigkeit  dieses  Gelehrten  grenzte  überhaupt  ans
Märchenhafte.  Unter  seinen  hundert  sieben  und  achtzig  Werken,
von  denen  die  meisten  in  Folioformal  und  oft  in  sehr  dickleibigem
            
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