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und Quere, bauten oder befestigten Städte als Stützpuftcte ihrer
Operationen, und legten jene durch alle Thal Verzweigungen laufende
Kette von Burgen an, welche sich gegenseitig im Auge behaltend,
vielleicht die älteste Telegraphcn-Linie in Europa bildeten und
deren ursprüngliche Bestimmung, schnelles Aufgebot der römischen
Besatzungen, sich in den wirksamen Kreidenfeuer-Signalcn
bis auf unsere Tage in Tirol erhalten hat.
Als im 4. und 5. Jahrhunderte die germanischen Völker in
ihren Tiefen aufgeregt, wie Fluthen einander nach Italien vorschoben,
ward auch in Tirol, wie anderwärts, beinahe alles was die
Römer gepflanzt und gebaut, zertreten und zertrümmert; aber es
senkten sieh die Keime vieler germanischer Volksstämme in den
tirolischen Boden ein, und wahrten und entwickelten in der schützenden
Thaleinsamkeit die Ursprünglichkeit ihres Wesens in einer
Weise, die dem deutschen Alterthumsforscher mit reicher Ausbeute
die Mühe lohnt.
Bei dieser Dankbarkeit der Arbeit ist es daher kein Wunder,
wenn sich die Thätigkeit der Gelehrten der Erforschung des Alterthums
mit so viel Vorliebe zuwendete, dass Tiro! über seine Urzeit
eine reichere Literatur aufzuweisen hat, als über die mittlere
und neuere Zeit. Das allein schon, was über den Ursprung der
sette und tredici communi, deren Bevölkerung man für Beste
der versprengten Cimbern hielt, geschrieben wurde, bildet fiir sich
eine Literatur. Hat auch die Frage, seitdem Herr Budolf Kink
aus Urkunden, und Herr Andreas Sch melier und unser verehrtes
Mitglied der kais. Rath Herr Joseph Bergmann vom sprachlichen
Standpuncte aus die Lächerlichkeit der frühem Behauptung nachgewiesen,
ihren Werth verloren, so wurde doch bei ihrer Untersuchung
so viel Licht über die älteste Zeit verbreitet, dass man die
gewonnenen Resultate dankbar anerkennen muss,
Der erste, der sich auf das Gebiet der tirolischen Altcrthumsforsclmng
wagte, und sich unstreitig grosse Verdienste erwarb,
war der Hof-Archivar und Vorsteher der Theresianischen Bibliothek
in Innsbruck, Anton Roschmann, geboren zu Hall im Innthale
am 7. December 1694, gestorben zu Innsbruck 25. Juni 1760. Die
literarische Thätigkeit dieses Gelehrten grenzte überhaupt ans
Märchenhafte. Unter seinen hundert sieben und achtzig Werken,
von denen die meisten in Folioformal und oft in sehr dickleibigem