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brück eingesendetes Manuscript über tirolische Alterthümer einer
Commission zur Beurtheilung zugewiesen, unter welchen Modificationen
dasselbe zum Drucke befördert zu werden verdiene.
Da nun die Classe diesem Gegenstände schon einige Aufmerksamkeit
zugewendet hat, so glaube ich die Geduld der hochverehrten
Versammlung nicht zu missbrauchen, wenn ich davon Veranlassung
nehme, eine gedrängte Skizze dessen zu entwerfen, was
auf dem Gebiete der Altcrthumsforschung in Tirol im Allgemeinen
geleistet wurde.
Dass Tirol durclr reichlich dargebotenen Stoff von jeher zur
Altcrthumsforschung auffordern musste, zeigt ein Blick auf die
Lage und Geschichte des Landes, eingestellt zwischen Deutschland
und Italien und im Besitze der Schlüssel zu beiden Ländern,
stand es bald als abwehrendc und schützende Grenzvestc, bald als
vermittelnde Uebergangs-Brücke mitten innen und jede Bewegung in
den südlichen Gauen Deutschlands oder in den nördlichen Gefilden
Italiens trieb ihren Wellenschlag tief in die Gebirge Tirols hinein.
Ist es richtig, was K. 0. Müller in seinem Werke über die
Etrusker und in seine Fussstapfen tretend Ludwig Steub und
Graf Benedict G io v a n e 11 i mit vielem Scharfsinne zu erweisen sich
bemühten, dass die Rhätier nicht Abkömmlinge der Etrusker, sondern
im Gegensätze zu den Angaben der alten Classiker 1 ) die
Etrusker ein aus den Alpenländern nach Italien vorgedrungener
Stamm derltasener oder Rhätier seien, so ist klar, dass der Sehooss
der lirolischen Erde Alterthümer zu Tage fördern musste, die nicht
bloss die auffallendste Aehnliehkeit mit den etruskisch- italienischen
Laben, sondern an Alter sie übertreffen dürften.
Die Römer haben Spuren ihres Daseins in allen Thälern und
auf allen Hügeln Tirols hinterlassen. Es musste in der Politik
dieses militärisch-gebildeten Volkes liegen, sich einesLandes wohl
zu versichern, welches die Thore Italiens öffnen oder schliessen
konnte; darum durchzogen sie es mit Heerslrassen in die Länge
1 ) Justin. Hist. I. XX, 5: Thusci, duce Rhaeto avitis sedibus amissis, alpes
occupavere, et a nomine ducis genles Rliaelorum condidere.
Livius Uhr. V, c. 33: „Alpinis quoque ea gentibus liaud dubie origo est
(etrusca), maxime Rhaetis, quos loca ipsa efferarunt, ne quid ex antiquo,
praeter sonuin linguae, nec cum ineorruptum, retinerent.”