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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

C.  (S.  550.)  Testament  des  Mannes,  der  bei  seinem  Tode
dem  lässigsten  (k,aliilter)  seiner  Sühne  sein  Vermögen  hinterliess;
dieser  Absatz  ist  der  letzte  des  ganzen  Ulesnewi  und  wir  theilen
denselben  in  vollständiger  Uebersetzung  mit,  nicht  nur,  weil  dies
auch  mit  der  Einleitung  geschehen,  sondern  auch  um  dadurch  den
klarsten  Beweis  zu  liefern,  dass  das  Mesnewi  nur  durch  den  Tod
des  Dichters  beschlossen  worden  sei,  indem  selbst  diese  Erzählung,
nichts  weniger  als  vollendet,  die  Spuren  äusserer  Unterbrechung
an  sich  trägt.
,  Jener  Mann  vermacht  bei  seinem  Sterben
Seinen  letzten  Willen  so  den  Erben;
Söhne  dreien  hoch  und  wohl  gebaut
Hat  er  so  die  Seele  anvertraut:
Was  ich  liab  an  Silber  und  Gold
Sei  der  Söhne  lässigstem  gezollt.
Dies  empfahl  dem  Itichler  er  fürbass;
Leerte  dann  des  Todes  Glas,
Und  die  Söhne  sagten:  gnäd'ger  Herr,
Das  Befohlene  wird  uns  nicht  schwer,
Was  befahl  des  Vaters  rechte  Hand,
Habe  bei  uns  Dreien  auch  Bestand,
Wir  sind  Ismail  vor  Abraham,
Der  geduldig  zuin  Altäre  kam.
Und  der  Itichler  sprach  als  weiser  Mann:
„Saget  jeder  eure  Trägheit  an,
„Dass  ich  wisse,  wessen  von  euch  dreien
„Auf  die  Trägheit  gröss’re  Anspruch’  seien.
„Ivund’ge  sind  die  Lässigsten  der  Welt,
„Weil  es  ihnen  nie  an  Scheuern  fehlt,
„Lässigkeit  ist  ihnen  zum  Gebot,
„Ihr  Geschäft  und  Thun  verrichtet  Gott;
„Den  Gemeinen  ist  dies  unbekannt.
„Legen  früh  und  spät  ans  Werk  die  Hand.
„Habet  Acht  und  sprechet  jeder  klar,
„Dass  die  Wahrheit  werde  offenbar,
„Denn  die  Zungen  sind  der  Herzen  Schleier,
„Die  zerrissnen  zeigen  Alles  freier;
„Zungen  sind  ein  kleines  Spiegelslüclc
„Welches  wirft  der  Sonne  Licht  zurück 1 ).

*)  Zu  diesem  Distichon  gibt  der  Coininenlar  das  Prophetenwort,  dass  der  Mann
unter  seiner  Zunge  verborgen  liegt,  und  die  folgenden  gäng  und  gäben  Verse
eines  persischen  Dichters:
Sitzb.  d.  phil.  hist.  CI.  VII.  Bd.  V.  Heft.

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