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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Der  III.  Theil,  Bl.  135”  bis  145 b  enthält  von  einer  altern  Hand
wahrscheinlich  aus  dem  Anfänge  des  15.,  Jh.,  Conrad’s  von  Megenberg
  Uebersetzung  der  Sphaera  mundi  des  Johannes  vonSacro-Bosco.

Der  eigentliche  Name  des  letztem  ist  Johann  Holywood,  und
Sacro-Bosco  nur  eine  Uebertragung  in  das  mittellateinische  ,  wie
ähnliche  Beispiele  in  der  ältern  Literaturgeschichte  häufig  Vorkommen. ­

Johann  von  Holywood  war  nach  Einigen  zu  Halifax  in  Yorkshire,
  nach  Stainhorst  zu  Holywood  in  der  Nähe  von  Dublin,  nach
Dempster  und  Mackenzie  zu  Nithsdale  in  Schottland  geboren.  Nach
vollendeten  Studien  soll  er,  wie  der  letztere  berichtet  als  Chorherr ­
  in  das  berühmte  Stift  Holywood  in  Nithsdale  getreten  sein.
Nach  englischen  Biographen  ward  er  in  Oxford  erzogen;  damit
stimmen  alle  überein,  dass  er  nach  der  Gewohnheit  seiner  Landsleute ­
  um  seine  Bildung  zu  vollenden,  nach  Paris  ging,  eine  Lehrkanzel ­
  der  Astronomie  erhielt,  und  den  grössten  Theil  seines  Lebens ­
  dort  zubrachte.  Ob  er  an  der  Universität  oder  an  einer  andern ­
  Lehranstalt  seine  Vorträge  hielt,  lässt  sich  nicht  bestimmen.
Mackenzie  behauptet  jedoch,  er  sei  am  5.  Juni  1221  als  Mitglied
der  Universität  aufgenommen  worden.  Dies  ist  nicht  wahrscheinlich, ­
  da  ihn  Du  Bulay  nicht  in  der  Reihe  der  Professoren  aufführt.
So  viel  ist  gewiss,  dass  seine  Vorlesungen  um  1231  einen  bedeutenden ­
  Ruf  erhalten  haben.  Nach  dieser  etwas  unbestimmten  Angabe ­
  dürfte  er  gegen  das  Ende  des  12.  oder  Anfangs  des  13.  Jh.
geboren  sein.  Ueber  sein  Leben  ist  nichts  weiteres  bekannt;  sein
Todesjahr  kann  nach  einer  Inschrift,  welche  sich  auf  seinem  Leichenstein ­
  im  Kloster  der  Mathuriner  oder  Trinitarier  zu  Paris  befindet ­
  entweder  auf  das  Jahr  1244  oder  auf  1256  gedeutet  werden.
Die  letztere  Auslegung  wird  von  Fabricius,  Saxe,  Bossut  und  Vossius
  vorgezogen.
Von  seinen  Werken  hat  für  uns  nur  das  erste:  die  Sphaera
mundi,  Interesse;  weil  wir  davon  die  obgenannte  deutsche  Uebersetzung ­
  besitzen,  welche  sowohl  wegen  ihres  Alters  als  der  Sprache
merkwürdig  ist.  Der  wissenschaftliche  Werth  des  Buches  selbst
ist  heut  zu  Tage  gering;  es  enthält  bloss  einen  Auszug  aus  dem
Almagest  und  nichts,  was  nicht  schon  aus  den  arabischen  Mathematikern, ­
  dem  Alfragan  und  Albategnius,  bekannt  gewesen  wäre.  Nichts
            
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