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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Wolf  und  Lamm  verkehren  friedlich  dann
Und  verzweifelter  wird  froher  Mann;
Da  erscholl  die  fröhlichste  der  Kunden
Fort  mit  Furcht!  der  Stein  hat  sich  gefunden!
LXI.  (S.  259.)  Der  Stein  wird  gefunden,  die  Kammerfrauen
und  die  Mägde  der  Prinzessiun  entschuldigen  sich  hei  Nafsiih.
Als  die  Seele  ging  aus  Furcht  zu  Grund',
Kam  die  frohe  Botschaft  von  dem  Fund:
„Wieder  da  ist  der  vorlorne  Stein
„Lasset  uns  nun  guter  Dinge  sein“
Das  Geschrei,  der  Jubel,  die  Klatschhände  :
„Fort  die  Trauer!“  hälften  durch  die  Wände.
Wieder  kam  zu  sich  Nafsüh  der  Wicht
Sah  ein  hundertfaches  Tageslicht,
All’  entschuldigten  was  sie  gedacht,
Handkuss  mancher  ward  ihm  dargebracht,
„Mach'  das  Unerlaubte  uns  erlaubt,
„Deine  Ehre  haben  wir  geraubt! 1 ’
Denn  auf  ihn  fiel  der  Verdacht  der  nächste.
Weil  er  der  Prinzessinn  war  der  Nächste,
Weil  er  war  ihr  liebster  Badereiber,
Weil  Ein  Geist  beseelte  die  zwei  Leiber 1 )
Niemand,  sagten  sie,  kann  haben  die  Juwele
Als  Nafsüh,  die  vielbetraute  Seele,
Die  Durchsuchung  war  nicht  angenehm
Als  Beleidigung  von  dem  Harem,
Man  verschob  sie  um  durch  den  Vorschub
Den  Nafsüh  zu  retten  von  dem  Schub.
Da  sich  falsch  bewiesen  der  Verdacht.
Wurde  viel  Entschuldigung  gemacht;
Doch  Nafsüh,  er  sprach  von  Gottes  Huld
Und  dass  er  noch  trage  gröss’re  Schuld,
Es  gebühre  nicht,  ihm  so  zu  huldigen,
Ihm  dem  grossen  Sünder  und  noch  Schuldigen;
„Was  sie  sagen  ist  nur  Eins  von  hundert,
„Während  man  als  schuldlos  mich  bewundert,
„Ich  nur  weiss  was  unter’m  Kleid  verborgen,
„Kenne  meine  Nöthen,  meine  Sorgen,
„Denn  mein  Scheich  und  Meister  war  der  Teufel
„Und  viel  schlechter  bin  ich  ohne  Zweifel.
„Gott,  der’s  sah,  Er  that  als  säli’  Er’s  nicht,
„Dass  nicht  gelb  vor  Schande  mein  Gesicht
l)  Dutenijek  gcschte  ruh;  wörtlich:  Zwei  Leber,  einer  war  der  Geist.
            
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