Wenn sieh der Rubin beschaut mit Wonne,
Gilt das Wohlgefallen nur der Sonne,
Wen die Sonne selber liebt als Freund,
Ist es nur weil ihn ihr Licht beschein t,
Sei’s, dass der Rubin sich selber liebt,
Sei’s, dass Sonne ihm die Liebe gibt,
Ist es eines und dasselbe ganz,
Beides ist nur Ostens Licht und Glanz,
Eh’ der Stein Rubin, ist er sich feind,
Weil ein doppelt Ich in ihm erscheint;
Denn der Stein ist schwarz, und Finsternisn
Ist dem Lichte feindlich für gewiss.
Liebt er sich, so ist er undankbar,
Weil er Ausfluss nur der Sonne war,
Nimmer ziemt sich's, dass er lobe sich,
Weil in Finsterniss der Glanz verblich,
Ich sprach Pharao und ward verdammt,
Doch das Ich Manfsur’s von Wahrheit stammt,
Jenes Ich ist ewig hin verdammt
Dieses Ich hat Gottes Lieb’ entflammt,
Jenes Kiesel, dieses Karniol,
Jenes finster, dies vom Lichte voll
Jenes Ich war kalter Uebermuth,
Dieses der Verschmelzung reinste Gluth,
Trachte zu veredlen schwarzen Stein,
Um zu werden zum Rubine rein,
Harr’ im Kampfe dieses Kerkers aus,
Dauer schaue im Vernichtungsgraus,
So wird minder stets in dir der Stein,
Wirst zuletzt Rubin geworden sein,
Denn verschwunden wird in dir das Sein,
Und dein Kopf so mehr betrunken sein;
Sei so viel als du vermagst nur Ohr,
Und als Olirgehäng Rubin davor,
Grab’ wie Brunnengräber auf die Stolle,
Dass vom Staub du kommest zu der Quelle,
Wann begünstigt Gott des Grabens Lauf.
Springt der reine Quell des Lebens auf;
Grabe munter, bei der Arbeit wach,
Leg’ bereit die Erde nach und nach,
Wer sich Mühe gibt, stösst auf den Schatz
Wer mit Ernst angreift, kömmt auf den Platz :
Niederwerfen sich bei dem Gebet
Ist der Ring des Thors, sprach der Prophet,
Wer an diesem Ring mit Einsicht ring’t,
Auch das Glück herabzusteigen zwingt.