771
Ueber Heimatbsliebe geh hinaus,
Deine IJcimath liegt im and'ren Haus,
Hcimalhgränze ist nicht Flusses Lauf,
Fasse recht den Sinn des Wortes auf.
Hier ist .also von den beiden .anderen Fischen gar keine Rede,
und ohne die Rekanntschaft mit dem Originale wurde dieser Apolog
ganz unverständlich sein; die Lehre, welche der Dichter daraus
zieht, ist, dass die Rettung der Heimatbsliebe vorausgehe.
LXX. (S. 252.) Von den jedem Gliede besonders angeeigneten
Gebetformeln bei der gesetzlichen Abwaschung.
LXXI. (S. 252.) Einer sagte bei der gesetzlichen Abwaschung
der Schamtheile, statt der dabei üblichen Gebetformel: OGott
setze mich unter die Reuigen und Gereinigten, die
beim Mundausspiilen übliche Gebetformel: 0 mein Gott durchd
ii f t e mich mit dem Duft des Paradieses!
LXXII. (S. 258-) Der Dumme hält nicht das Versprechen, das
ihm in der Gefangenschaft abgenöthiget wird.
LXXIII. (S. 260.) Der Wahn (wehm) ist das Gefühl (das
Herz) der Vernunft; Gespräch zwischen Moses, der die Vernunft
und Pharao, der den Wahn vorstellt.
LXXIV. (S. 269.) Die Auffassung jedes Sinnes hat keine
Kunde von der Auffassung des andern.
LXXV. (S. 281.) Die Erde, woraus der Mensch gebildet,
kann wie gutes Metall geglättet werden, und zeigt dann als geglätteter
Spiegel die Bilder des Paradieses, der Hölle und des
jüngsten Tages; auf der folgenden S. 282 die Verse:
Frischen Staub ilcs Leihs zum Spiegel glätte,
Weil derselbe annimmt Glanz und Glätte,
Dass du schauest die verborgnen Dinge,
Engel und Huri ins Aug’ dir springe.
LXXVI. (S. 286.) Moses sagt dem Pharao : nimm von mir
einen Rath und vier gute Eigenschaften an, und Pharao fragt,
welche diese seien.
LXXVH. (S. 288.) Meses erklärt diese vier guten Eigenschaften.
der Coimnentar, es heisse Consilium mulicria, was wohl irrig, indem
fen hier nicht das Weib bedeutet, sondern das Particip von se den ist,
wie im vorhergehenden Verse; wenn das zweite len Weib bedeuten sollte,
so wäre dasselbe ganz bei den Haaren hergezogen.
Silzb. d. ptail.-hist. CI. VII. Bd. IV. Hft. 50