Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

758

ist,  so  wie  auch  Winke  über  die  Richtung  gibt,  in  welcher  die  fernere ­
  Forschung'  über  diese  Münzen  zu  geben  haben  wird.
Die  Perle  dieser  beiden  Hefte  ist  ohne  Zweifel  der  Aufsatz  des
Herrn  Piuder  über  die  Aera  des  Philippus  auf  Münzen  und  über
die  ersten  Königsmünzen  Aegyptens.  —  Er  weiset  mit  Glück  die
Uebercinstimmung  der  Jahreszahlen  der  Münzen  des  ersten  Ptolemäers ­
  mit  dem  alexandrinischen  Kanon  nach  und  gibt  zum  ersten
Male  für  eine  bekannte,  wenn  auch  seltene  Silbermünze  mit  der
Aufschrift  ..AAEHANapot”  den  langgesuchten  und  nicht  gefundenen
Platz.  —  Es  ist  dies  die  .angebliche  Tetradrachme,  die  man  bald
Alexander  II.  von  Epirus,  bald  dem  Ptolemäns  Alexander  zuwies,
mit  dem  jugendlichen,  mit  Elephantcnhaut  bedeckten  Kopfe,  rückwärts ­
  die  schreitende,  kämpfende  Pallas.  Gegen  die  erstere  Zuteilung ­
  sprechen  Fundort  und  Gewicht,  gegen  die  letztere  entschieden ­
  der  Styl,  der  auf  eine  frühere  kunstgeübtere  Epoche  deutet.— ­
  Herr  Pin  der  bringt  diese  Zeichen  in  Uebereinstimmung,
indem  er  die  Münze  dem  Alexander,  Sohn  der  Roxane,  zulheilt,  der
im  Kanon  durch  zwölf  Jahre  als  König  in  Aegypten  zwischen  Philipp ­
  Aridäus  und  dem  ersten  Ptolemäer  aufgeführt  wird;  —  eine
sehr  befriedigende  Zuteilung.  —  Es  konnten  nach  dem  Tode
Alexander  des  Grossen  zunächst  keine  anderen  Königsmünzen  in  den
vielen  Prägestätten  seines  liinterlassenen  Reiches  geprägt  werden,
als  seine  eigenen  oder  diejenigen  des  Philipp  Aridäus.  —  Alle
Münzen  Alexander  des  Grossen  mitEpocnen  sind  wohl  nach  seinem
^Tode  und  in  Asien  geschlagen,  in  den  entlegeneren  Theilen  nämlich, ­
  oder  in  solchen,  wo  die  Nachfolge  des  Philipp  Aridäus  nicht
festgestellt  war.  —  Die  Zahlen  können  nur  auf  die  Aera  ab  excessu
sich  beziehen  und  in  einigen  Prägestätten  höher,  in  anderen  weniger ­
  hoch  steigen,  je  nachdem  die  Fürsten  früher  oder  später  den
Königstitel  annehmen  und  die  Fiction  zum  macedonischen  Reiche
zu  gehören  aufgeben.  —  In  Aegypten,  wo  die  Nachfolge  des  Philipp ­
  Aridäus  rechtlich  anerkannt  war,  wurde  wohl  gleich  in  seinem ­
  Namen  gemünzt.  —  Aber  zwischen  seinem  Tode  und  der  Zeit
wo  der  Statthalter  Ptolemäus  den  Titel  Soter  annahm  und  Münzen
mit  diesem  Titel  auf  seinen  eigenen  Namen  geprägt  wurden,  verlief ­
  noch  ein  Zeitraum  von  zwölf  Jahren.—  Die  Monumente  beweisen, ­
  dass  der  Sohn  der  Roxane  in  Aegypten  als  Souverän  betrachtet ­
  wurde,  folglich  ist  auch  anzunehmen,  dass  der  Statthalter  auf
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.