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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Christenthum  fasste  diesen  Gedanken  höher  auf  und  beginnt  die  Urkunden ­
  und  Verträge  mit  der  dem  höchsten  Wesen  bezeugten
Abhängigkeit  aller  menschlichen  Dinge:  In  nomine  sanctae  et
individuae  trinitatis  u.  s.  w.  Es  würde  zu  weit  führen,  wenn  hier
die  Regierung  Antonin’s  über  das  römische  Reich  geschildert
würde,  es  genügt  schon,  dass  die  Inschrift  den  Namen  Antonin’s
des  Frommen  trägt,  um  merkwürdig  zu  sein.  Obschon  die  Epoche,
wann  sie  gesetzt  wurde,  nicht  genau  angegeben  werden  kann,  so
erhellt  doch  aus  ihr,  dass  sie  nicht  vor  dem  Jahre  892  der  Erbauung ­
  Roms,  gleich  139  nach  Christi  Geburt,  gesetzt  worden
sein  könne,  da  Antoninus  erst  in  diesem  Jahre  den  Titel  P.  P.
(Pater  Patriae)  annahm,  den  er  bis  auf  die  Zahlen  der  Tribunitia
Potestas  und  des  Consulats  nicht  mehr  änderte,  so,  dass  in  dieser
Beziehung  die  Inschrift  vom  Jahre  139—161,  d.  h.  vom  zweiten
bis  zum  letzten  Jahre  seiner  Regierung  errichtet  worden  sein  könnte.
Diese  Inschrift  beweiset,  dass  die  Stadt  Odessus  auf  der  Stelle
des  heutigen  Varna  am  schwarzen  Meere  in  der  Nähe  des  Ausflusses
des  Panysus  in  dasselbe  gelegen  habe.  Odessus  war  eine  Colonie  der
Milesier  und  eine  Stadt,  die  merkwürdige  Münzen  prägte.  Die
lehrreichsten  derselben  wären,  wenn  sie  acht,  jene  von  Mionnet*)
beschriebene:  Tete  de  Jupiter  diademee,  ä  droite.  R.0EOY
MErAAOT  KTP2A  0AH2ITSN.  Jupiter  debout,  tenant  une  patere  de
la  main  droite  et  une  corne  d’abondance  de  la  gauche  M  10.
Ferner  jene  von  Sestini 2 )  beschriebene:  Caput  Herculis  imberbe
pelle  leonis  tectiim.  R  BA2IAES22  AAEHANAPOT  OAH2ITS2N.  In
area  EKA.  Jupiter  sedens,  intra  sellam  astrum;  denn  so  viel
Münzen  Alexander’s  des  Grossen  es  auch  gab,  aus  denen  man  die
Münzstätte  erkennen  kann,  wo  diese  oder  jene  Münze  Alexander’  s
geprägt  wurde,  im  k.  k.  Cabinete  allein  fast  fünfzig,  so  ist  kaum
auf  der  einen  oder  der  andern  Stadt  der  Name  ganz  beigeschrieben  ;
ich  zweifelte  an  der  Aechtheit  jener  ähnlichen  Münze,  die  in  der
Welzl’schen  Sammlung  war 3 ),  und  da  Schlichtegroll,  so  viel  mir
bekannt,  wie  Sestini  (1.  c.)  versprach,  sie  nicht  ve  rö  ffentli  chte,
so  ist  die  Aechtheit  der  von  Sestini,  nach  ihm  von  Mionnet 4 )  be-*)
  Description  etc.  I.  p.  395.  Nr.  231.
heitere  Numism.  T.  IX.  13.  —
5 )  Catalogue  de  la  coli.  Wel/,1.  I.  111.  Nr.  2511.
4 )  Description  suppl.  III.  206.  Nr.  243,
            
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