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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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von  der  Staatsverwaltung  genommenen  Massregeln  und  überdies
nahm,  ohne  Zweifel  unter  der  Einwirkung  einer  unerlaubten  Nachsicht ­
  der  Unterbehörden,  eine  Licena  der  Presse  überhand,  welche
das  Höchste  und  das  Heiligste  nicht  verschonte.  Solche  Zustände
waren  wissenschaftlichen  Leistungen  nicht  sehr  günstig,  auch  erschien ­
  wirklich  nicht  viel  Bemerkenswerthes  ausser  einigen  Gelegenheitsschriften. ­

Das  Volk  nahm  diese  Licena  für  einen  Beweis  von  einer  Einführung ­
  der  „Pressfreiheit”  auch  hatte  die  Aufklärungspartei  ein
grosses  Interesse  daran,  diese  Meinung  verbreitet  au  wünschen.
Gleichwohl  kam  es  bis  aum  Jahre  1787  nicht  zu  einer  eigentlichen
Pressfreiheit;  damals  aber  wurde  mit  dem  Gesetze  vom  24.  Februar
den  Buchhändlern  gestattet,  ein  Manuscript  auch  vor  erhaltener
Censurbewilligung  abzudrucken,vorausgesetzt,  dass  diese  Abdrücke
in  das  Ausland  gehen.  Da  aber  von  dieser  Befugniss  sogleich  ein
grosser  Missbrauch  gemacht  wurde,  indem  nun  von  österreichischen ­
  Pressen  gefährliche  Schriften  in  das  Ausland  gingen,  wurde
unter  Anführung  der  Ursache  das  obenerwähnte  Gesetz  durch
die  Verordnung  vom  20.  Jänner  1790  aufgehoben.
Das  Volk,  dem  schon  die  Unterrichtsreformen  der  Periode  von
1760  bis  1780  nicht  gefallen  hatten,  war  noch  weniger  mit  der
Wendung  zufrieden,  welche  die  Sache  zwischen  1780  und  1790
genommen  hatte.  Es  konnte  sich  nicht  gewöhnen  an  den  Schulzwang ­
  und  an  die  kirchlichen  Verhältnisse,  welche  man  in  den
Staafsschulen  wahrzunehmen  glaubte.  Nach  1780  war  nämlich
mit  dem  Gesetze  vom  13.  October  1781  die  Toleranz  für  die
augsburgischen  und  helvetischen  Coufessionsverwandten  und  die
nicht  unirten  Griechen  eingeführt  worden,  welche  Anfangs  ungemein ­
  viel  Gehässigkeit  und  zwar  sowohl  unter  den  Katholiken,
welche  das  Hervortreten  neuer  Religionsparteien  nicht  gern  sahen,
als  auch  unter  den  Protestanten,  welche  um  sich  greifen  wollten  und
überall  Schwierigkeiten  fanden,  weckte.  Auch  die  politische  Stellung; ­
  der  Juden,  welche  damals  noch  eine,  selbst  unter  dem  gemeinen
Manne  sehrverachteteMenschencIasse  waren,  erhielt  durch
das  Gesetz  vom  12.  Octobcr  1781,  welches  die  unterscheidende
Judenkleidüng  abstellte,  und  durch  mehrere  spätere  Gesetze  wesentliche ­
  Verbesserungen.  Ganz  natürlich  war  es  nun,  dass  man  den
sämmtlichen  tolerirten  Religionsgenossen,  wenn  sie  keine  eigenen
            
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