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Am meisten beschäftigten den Kaiser jene in den Feudalverhältnissen,
dem Religionsfache, der Justiz und den Ständeverfassungen.
Wegen dieser Reformen wurde auf jene im Unterrichtsfache weniger
Aufmerksamkeit verwendet, wozu wohl auch beitrug, dass die
meisten Sfudieneinrichtungen, welche seit 17G5 waren getroffen
worden, mit Zustimmung des Thronfolgers oder wenigstens in seinem
Sinne geschehen waren, und also in der Hauptsache bereits
dasjenige da war, was der Monarch gewünscht hatte.
Inzwischen konnte es nicht fehlen, dass nicht die unruhige
Thätigkeit jener Periode und der Wunsch, schnell alles Missfällige
abgeändert zu sehen, auch in der Leitung des tiffentlichen Unterrichtes
sich geltend machte. Die Männer, welche den Monarchen
umgaben, wünschten, dass sich sowohl die Lehrer an den Volksschulen
als auch jene an den hohen Schulen für die sämmtlichen
Reformen im Staate wirksam zeigten. Dies drängte die
wissenschaftliche Thätigkeit in den Hintergrund, und machte
einige Veränderungen in der Gesetzgebung nothwenflig,
Vor Allem schien die Vermehrung der Volksschulen notliwendig,
wozu (1783) auch die Josephinische Pfarr-Regulirung, die eine
beträchtliche Anzahl neuer Pfarren und Localcapellaneien schuf,
beitrug. Die meisten der jüngeren Schullehrer machten damals die
thätigsten Agenten der Neuerung, sie bekämpften die Volksdialekte
und Alles, was man zu jener Zeit Aberglauben nannte, wodurch
sie sich viele Feinde machten. Bei allem dem war ihr Benehmen
hinsichtlich der Neuerungen sehr natürlich; man hatte in den geleseneren
Büchern so viel vou der Wichtigkeit des Schullehrerstandes,
von der Aufgabe welche ihn erwarte, und von den Belohnungen
welche ihm gebühren, gelesen, dass es nicht zu verwundern war,
wenn junge Männer, welche die allgemeine Lage des Staates
nicht übersehen konnten, sich allzuglänzeuden Erwartungen
über das, was für das Ganze und für sie erreichbar sei, überliessen.
An den Gymnasien war die wichtigste Neuerung die, dass man,
(27. November 1783) bei dem allgemeinen Grundsätze die alten
Bruderschaften aufzuheben, auch die unter den Studierenden weit
verbreiteten marianischen Congregationcn aufhob. Eben so hob man
viele Studentenseminarien und Convicte auf, weil man von der
Erziehung in Communifäten nicht viel Gutes erwartete, und verwan-