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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Herr  Regierungsrath  Ar  net  h  liest  „Archäologische
Analekten.”  Aus  Bulgarien.
Sendschreiben  an  Hm.  Tedeschi,  k.  k.  Vice-Consul  in  Varna.
Euer  Wohlgeboren  hatten  die  Güte  an  das  h.  Ministerium
des  Handels,  der  Gewerbe  und  öffentlichen  Bauten  die  Abschrift
einer  merkwürdigen  Inschrift  einzuschicken;  das  h.  Ministerium
theilte  sie  am  21.  April  d.  J.  der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften ­
  mit,  welche  sie  mir  zustellte;  desshalb  erlaube  ich  mir
folgendes  Schreiben  an  E.  W.  zu  richten.
Die  an  das  h.  Ministerium  des  Handels,  der  Gewerbe  und  öffentlichen ­
  Bauten  eingeschickte  und  von  selbem  der  kais.  Akademie
der  Wissenschaften  mittelst  Note  vom  21.  April  mitgetheilte  Inschriftist ­
  in  mehrfacher  Beziehung  sehr  lehrreich,  ich  ergänze  und
begleite  sie  mit  einigen  Bemerkungen.  Sie  ist  folgende:
IMP  •  CAESARE  •  T  •  AELIO  HADRIANO  ANTONINö  PK)  PONT-NI-P-P-CIVITAS
  ODESSITANORVM  AQVAM  NOVAM  DV
XIT  CVRANTE  T  VITRASIO  POLLIONE  LEG•  AV-S  PR-  PR
ArAOIII  TVXIII
ATT  o  KPAT»PI  KAISAPI  TITSI  AIAIS  A  API  ANSI  ANT2NEINS!
EV2EBEI  APXIEPEl  MEITZTSI  HATPI  IIATPIA02  H  IIOAiS  OAE2S!
T2N  KAINS  OAKS  TO  TAÖP  IXHEAPEN  IIPON.-TMENOT  TOT  OTi
TPAZIOT  ÜSAAISiNOS  IIPEXBETT.T  KAI  ANTI2TPATHi'C'T
Imperatore  Caesare  Tito  Aelio  Hadriano  Antonino  Pio  Pontifice  Maximo
Patre  Patriae  Civitas  Odessitanorum  Aquam  Novam  Du
xit  Curante  Tito  Vitrasio  Pollione  Legato  Augusti  Propraetore
’A-jaS-p  Tü)(p
Avvoxpavopi  Kataapi  Ti'toj  AiXtco  'Aöpiavp)  ’Avroveivoi
Ev&sßsc  ’  Ap^ispEt  Ms-yt^cp  Ilarpi  llarploog  -q  IloXig  ’Odrjuucl.
Töv  xaivtö  "OXxw  To  "Xdcop  ’lcr^qaqsv  IIpovooupiEVOu  ToO  Oöt
Tpaaioü  IIoji.Apjjvoc  Hper;ßEurov  xcd  ’AvncpaTvj'yoö
Vorstehende  Inschrift  ist  merkwürdig  durch  die  doppelte  Sprache,
in  der  sie  gegeben  ist,  zuerst  in  der  lateinischen  ;  denn  der  Kaiser,
dem  die  Stadt  gehorchte,  war  ein  Römer.  Die  Sprache  des  Herrschers, ­
  obschon  die  jüngere,  steht  also  hier  zuerst;  dann  folgt  die
griechische  Sprache,  die  des  Volkes,  die  eingeborne,  obschon  die
ältere.  In  diese  ist  die  lateinische  Inschrift  genau  übertragen;  bloss
mit  Hinzusetzung  des  so  freundlichen:  äqaSri  rüyri,  das  auf  griechischen ­
  Inschriften  fast  immer,  während  auf  lateinischen  das  entsprechende: ­
  quod  fclix  faustumque  sit,  nie  vorkommt.  Nur  das
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