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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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massigen  Unterhalt  ohne  Mühe  geben;  da  diese  kurze  Erzählung
viele  Eigenheiten  der  moslimiscben  Ueberlieferung  vom  König
David  berührt,  wie  z.  B.,  dass  er  nur  von  dem  Erwerb  seiner
Hände,  welcher  der  eines  Panzerschmiedes  war,  gelebt,  dass  er
durch  seine  Tonkunst  seine  Zuhörer  so  sehr  rührte,  dass  dieselben
todt  niederstürzten  ,  dass  Hirsch  und  Löwe  sich  als  Zuhörer
seiner  Predigten  gut  vertrugen,  dass  Vögel  und  Berge  seine  Boten ­
  waren,  jene  durch  den  Gesang,  diese  durch  den  Wiederhall
u.  s.  w.,  folgt  diese  Erzählung  hier  in  vollständiger  Uebersetzung:
Einer  spracli  zu  König  David's  Zeiten,
Dies  Gebet  vor  Dummen  und  Gcscheidten;
„Gott!  verleih’  mir  miililos  allezeit
„Nahrung,  Reichthum  und  Gemächlichkeit!
„Herr  mein  Gott,  du  hast  in  mir  erschaffen
„Einen  Oberflächlichen  und  Schlaffen!
„Nimmer  darf  des  Esels  wunden  Rücken
„Last  des  Pferdes  oder  Maules  drücken  :
„Da  du  mich  erschaffen  hast  als  Trägen,
„Wollest  Unterhalt  mir  auch  zulegen  !
„Du  erschufest  mich  als  deinen  Schatten,
„Welcher  ruht  auf  deiner  Gnade  Matten,
„Für  die  Faulen  schufst  du  and’re  Nahrung
„Und  des  Tag’s  gemächliche  Gebalirung,
„Wer  hat  Füsse,  nach  der  Nahrung  renne,
„Den,  der  keine  hat,  o  Gott  nicht  brenne!
„Spende  mir  Betrübtem  deinen  Segen,
„Wie  den  durst’gen  Fluren  deinen  Regen;
„Wann  den  Steppen  es  an  Kraft  gebricht
„Regnen  deine  Wolken  doppelt  dicht,
„Wann  der  kleine  Knabe  kann  nicht  geli’n,
„Wird  die  Mutter  ihn  mit  Brot  verseh’n.
„Ohne  Mühe  wollest  du  mich  nähren,
„Der  arbeitend  nicht,  nur  kann  begehren.”  —
Also  betete  er  Tag  und  Nacht,
Abends  und  wann’s  Morgenroth  erwacht;
Leute  über  seine  Worte  lachten,
Und  sich  Spass  aus  seiner  Gierde  machten:
„Sagt,  was  faselt  dann  der  leichte  Fant?
-'ili  .  „Hat  ihm  Hanf*)  geraubet  den  Verstand?
„Weg  der  Nahrung  ist  Erwerb  und  Müh’,
„Jedem  Gott  die  Kraft  hiezu  verlieh';

’)  Bc  n  gj'  das  Opiat  aus  ,Hy  o  a  cy  am  u  s.
            
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