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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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und  angenehm.  Man  sieht,  er  kämpfte  wie  ein  Riese  gegen  Stoff
und  Form,  und  bewältigte  beide.  Er  steht  einzig  in  der  Geschichte
der  jüdischen  Literatur,  wie  auch  Rieti  im  Verhältniss  zu  Dante.
Drei  Gesänge  sind  es,  welche  uns  in  einer  äusserst  seltenen
Handschrift  der  k.  k.  Hofbibliothek  vorliegen,  und  scheintauch
der  Verfasser  nicht  mehr  geliefert  zu  haben.  Die  auf  dem  Titel
unserer  Handschrift  befindliche  Vorbemerkung  des  Schreibers  besagt, ­
  dass  diese  auf  Verlangen  der  Enkel  des  Verfassers  nach  einer
für  die  Gemeinde-Bibliothek  zu  Mantua  vom  Autograph  abgenommenen ­
  Copie  angefertigt  wurde.  Sic  ist  auch  mit  besonderer  Accuratesse
  geschrieben,  enthält  ausserdem  einige  kleine  poetische  Erzeugnisse ­
  des  Verfassers,  zuletzt  noch  seine  Grabschrift,  welche
besagt,  dass  R.  Marini  als  Arzt  und  hochgeachteter  Rabbiner  an
einem  Freitag  den  29.  Jjar.  508  (1748)  starb.
Eine  Probe  dieses  interessanten  Werkes  gehen  wir  in  dem
von  uns  nächstens  herauszugebenden  Cataloge  der  neu  erworbenen
hebräischen  Handschriften  der  k.  k.  Hofbibliothek.
Rieti  und  Marini,  wir  wiederholen  es  noch  einmal,  sind
zwei  Glanzpuncte  in  der  jüdischen  Literatur  auf  italienischem  Boden. ­
  Beide  bisher  noch  unbekannt,  aber  beide  berufen  eine  hinscheidende ­
  Literaturperiode  zu  halten,  ja  eine  neue  zu  schaffen.  Beide
tief  bewandert  in  der  eigenen  Literatur,  beide  getränkt  vom  Born
ächtclassischer  Bildung,  unternahmen  und  vollführten  es  auch
beide  die  hebräische  Literatur  durch  diese  fruchtbarer  zu  machen.
Rieti  und  Marini  sind  die  Dante  und  Ovide  in  hebräischer
Umkleidung!

Sitzung  vom  18.  Juni  1851.
Die  C  lasse  besehliesst  die  von  dem  Vereine  für  Kunst  und
Alterthum  zu  Ulm  eingesandten  Schriften  durch  Zusendung  ihrer
Sitzungsberichte  und  eines  Exemplares  der  von  der  kais.  Akademie
herausgegebenen  „Monumente  des  k.  k.  Münz-  und  Antiken  -  Cabinetes,”
  beschrieben  vom  Herrn  Regierungsrath  Arneth,  zu
erwiedern.

Sitzb.  d.  pliil.  hist.  CI.  VII.  Bd.  I.  Hit.

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