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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

auch  dann  seinen  Werth  behaupten  dürfte,  wenn  einst  die
Archive  ,des  Staates  die  Masse  vorzüglicher  Geschichtsqucllcn
vermehren  sollten.  Man  wird  dann  über  dies  und  jenes  mehr  Umständliches ­
  sagen  können,  man  wird,  was  an  Entwürfen  entstand,  ohne
zur  Ausführung  zu  kommen,  kennen  und  man  wird  erfahren,  welchen
Einflüssen  diese  oder  jene  Massregel  zugeschrieben  werden  müsse,
aber  die  schon  früher  gewonnenen  Resultate  werden  feslstehen.
Dass  es  aber  an  der  Zeit  ist,  der  inneren  Geschichte  der
österreichischen  Monarchie  in  Hinsicht  auf  die  Periode  von
1740  —  1792  die  Aufmerksamkeit  zu  widmen,  dürfte  sich  leicht
aus  einigen  einfachen  Betrachtungen  ergeben.  Jedes  alte  Buch
und  so  auch  jede  ältere  Gesetzsammlung  wird  nach  einer  gewissen ­
  Zeit  tb,eilweise  unverständlich,  wenn  sich  nämlich  die  Verhältnisse, ­
  auf  welche  es  berechnet  war,  wesentlich  ändern.  Zu  einer
solchen  Quelle  bedarf  es  des  historischen  Commentars.  Dieser  wird
aber  in  eben  dem  Verhältnisse  schwieriger,  als  man  sich  mehr  von
der  leb  end  ig  en  Anschauung  jener  Zeit  entfernt,  für  welche  das
Buch  berechnet  war.  Viele  der  Gesetze  Joseph’s  II.  sind  aus  dieser
Ursache  unseren  Zeitgenossen  schon  unverständlich,  und  von  den
Gesetzen  der  Kaiserinn  Maria  Theresia  gilt  dieses  noch  mehr.
EJfc  dürften  nur  noch  fünfzig  Jahre  vergehen,  so  vermehrt  sich  diese
Schwierigkeit  bis  zum  Unglaublichen.  Wenn  es  ferner  jetzt
noch  Menschen  gibt,  welche  die  Ansicht  der  älteren  Generation
über  dies  und  jenes  vernommen  haben,  so  wird  cs  in  einer  nicht
mehr  sehr  entfernten  Zeit  solche  Menschen  nicht  mehr  geben.
Diese  Erwägungen  scheinen  nun  ein  Grund  zu  sein,  in  den
gegenwärtigen  Zeiten  der  Geschichte  der  österreichischen  Monarchie
in  Ansehung  der  Zeit  von  1740  bis  1792  die  Aufmerksamkeit  zu
widmen,  ,Für  die  Kenner  dieser  Geschichte  muss  ein  Werk  darüber
nur  wünschenswerth  erscheinen,  welches  von  einem  Inländer  geschrieben ­
  ist,,  weil  manche  der  Verhältnisse,  welche  in  den  österreichischen ­
  Staaten  in  der  Periode  von  1740  —  1792  bestanden,
aus  denjenigen  Büchern,  welche  die  historische  Literatur  bis
jetzt  aufzuweisen  hat,  nicht  zu  ersehen  sind,  sondern  aus  der  Beobachtung ­
  der  von  Zeit  zu  Zeit  hervorgetretenen  Erscheinungen,
a,us  den,Gesetzsammlungen,  der  Geschäfts!)ehaud  1  ung  und  mehreren
in  deq,Regierungsacten  enthaltenen  statistischen  Notizen  erkannt
werden  müssen.  Es  wäre  zu  wünschen,  dass  sich  ein  solches  Werk
            
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