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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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der  verschiedenen  Volksclassen;  sie  erklärt  die  in  Ansehung  des
öffentlichen  Unterrichts  und  der  Religion  vorgegangenen  Veränderungen, ­
  sie  macht  endlich  aufmerksam  auf  jene  Keime  des  Guten,
welche  dort  und  da  zerstreut  liegen  und  bei  jener  Reorganisation ­
  des  Staates,  welche  jetzt  die  Aufgabe  der  Regierung  ist,  zur
Errichtung  eines  festen  und  zcitgemässen  Gebäudes  benützt
werden  können.
Bis  jetzt  ist  in  Ansehung  der  inneren  Geschichte  des  Staates
nicht  so  viel  geleistet  worden,  als  wünschenswerth  ist.  Die  Sache
begreift  sich;  zum  Theil  wegen  der  Censurverhältnisse,  zum  Theil
aber  auch  wegen  der  Dürftigkeit  der  Quellen  scheuten  wahrscheinlich ­
  Männer,  welche  sich  sonst  mit  einer  Aussicht  auf  Erfolg  an
diese  Arbeit  hätten  machen  können,  die  schon  an  sich  schwierige
Aufgabe.  Noch  sind  die  Zeiten  nicht  gekommen,  wo  für  Arbeiten
dieser  Art  sich  die  Archive  des  Staates  öffnen,  auch  hat  diese
Arbeit  das  Eigene,  dass  sie  fast  nur  von  Männern  unternommen
werden  kann,  welche  selbst  auf  mehreren  Puncten  und  in  nichtganz
unbedeutenden  Beamteustellungen  die  öffentliche  Verwaltung  kennen ­
  gelernt  haben.  Allein,  wie  sehr  auch  diese  Betrachtungen  von
grösseren  Arbeiten  über  die  innere  Geschichte  der  österreichischen ­
  Staaten  abzurathen  scheinen,  so  gibt  es  doch  andere,  wo
möglich  noch  wichtigere  Betrachtungen,  welche  zu  Arbeiten  dieser
Art  auffordern.
Man  kann  nicht  sagen,  dass  Arbeiten  dieser  Art  unmöglich
sind.  In  den  Gesetzsammlungen  liegt  ein  reiches  Material  über  das,
was  von  der  Staatsverwaltung  angeordnet  worden,  und  wer  auf  die
vom  Staate  vorgeschricbenen  Lehrbücher  der  höheren  Schulen,  die
von  der  Regieruug  begünstigten  Druckschriften  und  die  Werke  einzelnerfiir
  die  Verwaltungsgcschichte  wichtig  gewordenen  Staatsbeamten ­
  Rücksicht  nimmt,  andererseits  aber  diese  Resultate  mit  den
Literaturzuständen  im  Auslande,  und  den  aus  den  ständischen  und
bischöflichen  Kanzleien  hervorgegangenen  Schriften  vergleicht,  der
wird  ein  reiches  Material,  dessen  Werth  sich  auch  kritisch
sicher  stellen  lässt,  gewinnen.  Wenn  zugleich  bei  der  auf  solche
Materialien  gestützten  Darstellung  der  Verfasser  freimüthig  angibt,
wo  sein  Material  lückenhaft  oder  unsicher  ist,  und  wenn  er  bei
dieser  Sache  nicht  allzuviel  in  die  minder  wuchtigen  Einzelheiten
eingeht,  so  kann  allerdings  ein  Werk  zu  Stande  kommen,  welches
            
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