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war und Preussen sich zu einer Macht vom ersten Rang 1 erhob.
Was noch wichtiger erscheinen musste, war: dass Preussens
Erhebung allem Anscheine nach eine Spaltung in die ohnehin
bereits locker gewordene Verfassung des deutschen Reiches
bringen musste und Friedrich II. sich aufgefordert fühlen konnte,
seiner neuen Stellung , welche er mehr seinem Schwerte als
dem Umfange seiner Länder verdankte , eine breitere geographische
Grundlage zu geben. Demzufolge schienen von Preussen
her dem österreichischen Staate in einer nicht sehr entfernten
Zeit neue Stürme zu drohen, die sehr gefährlich werden mussten,
wenn Frankreich, welches seit Jahrhunderten von Zeit zu
Zeit gegen Oesterreich in den Waffen gestanden hatte, sich
mit Preussen verbündete.
Von jetzt an begann nun, um in dieser neuen Lage eine grössere
Staatskraft zu entwickeln, in den inneren Verhältnissen der
österreichischen Monarchie eine grosse Veränderung, welche
sich in einzelnen Verfügungen bald nach dem Jahre 1742
ankündigte, um das Jahr 1754 bereits mehr hervortrat und
um das Jahr 1763 sich schon so deutlich wahrnehmen liess,
dass sie selbst dem mittelmässigsten Beobachter auffiel. Der
Geist dieser Veränderung war eine mehr oder weniger deutliche
Aufgebung der alten Regierungsmaximen , grössere Deformen
in fast allen Verwaltungszweigen, eine Erweiterung des
Einflusses der Regierung auf die Kirche, die Schulen, die Wohlthätigkeitsanstalten,
die Proviuzialstände und die Corporationen,
ein Streben, die unteren Stände auf Kosten der höheren emporzuheben,
eine grosse Thätigkeit der Regierung im Sinne der
damaligen Literatur und ein fast ausschliessliches Streben nach
der Vermehrung der materiellen Staatskräfte. Dieser Geist hatte
um das Jahr 1770 bereits so sehr das Uebergewicht gewonnen,
dass von seinen Gegnern nur noch schwach gekämpft wurde
und er blieb unter den nächsten Regierungen; nur war der Grad
seiner Entwickelung nicht immer der nämliche.
Unter dem Kaiser Joseph II. (1780—1790) war das Zutrauen
in den Werth der neueren Lehren über den Staat und
die Religion bei der Regierung fast unbegrenzt; es erfolgten
daher mit Raschheit und ohne irgend eine Rücksicht auf die damals
noch entgegengesetzten Ansichten der grossen Volksmassen