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Sagt zuur Scheich, hab’ mit mir Erbarmen,
Mit dem gänzlich hoffnungslosen Armen ;
Und der Scheich sprach: o guter Mann,
Sag’ mir was du suchst und wünschest an!
Sprach der Bot’: mich sendet her ein Kaiser,
Ihm zu suchen eines Baumes Reiser,
Eines Baums, der selten in der Welt,
Dessen Frucht des Lehens Quell enthält,
Such denselben schon seit vielen Jahren,
Hab’ dafür des Spottes viel erfahren;
Lächelnd sprach der Scheich zu ihm: mein Guter,
Dieser Baum im reinen Wissen ruht er,
Hoch und stark der Baum der Wissenschaft,
Dessen Frucht des ew’gen Lebens Kraft,
Kundenlos hast du die Form gesucht,
Weil du fasstest nicht den Sinn der Frucht,
Dieser Baum, er hat der Namen mehr,
Heisset Sonne, Wolke und das Meer,
Viele Früchte an demselben kleben,
Die geringste heisst das ew’ge Leben,
Bild ein einz'ges in gar vielen Rahmen
Und das Einzige hat viele Namen.
Einem sind die Namen bös’ und feind,
Anderem hingegen hold und freund,
An dem einz’gen Lebensbaume haften,
Hundert tausend hohe Eigenschaften,
Wer an einem Namen hält wie du,
Findet in Zerstreuung seine Ruh’.
Warum sucli’st den Namen nur vom Baum’,
Gibst der bitteren Verzweiflung Raum?
Lass die Namen, such’ die Eigenschaft,
Dass sie leite dich zur Lebenskraft,
In den Namen liegt Verschiedenheit
Durch den Sinn bist du der Ruh’ geweih’t.
Uas c. M., Herr Ober-Landesgerichtsrath Beidtel, beginnt
die Lesung seiner Vorträge: „lieber österreichische Zustände
in den Jahren 1740—1792.”
I.
Heber die Wichtigkeit dieser Periode der österreichischen Geschichte,
ihre bisherige Behandlung und Wünsche für ihre künftige Bearbeitung.
Als Karl VI. am 20. October 1740 starb und mit ihm
der Mannsstamm des habsburgischen Hauses erlosch, hatte der
Sitzb. d. phil. hist. CI. VII. Bd. IV. Hit. 46