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Ehre nehmen, für die Bibliothek derselben ein Prachtexemplar zu
überreichen, das vorläufig Nöthigstc gesagt haben, wollen wir
auch etwas über den Verfasser selbst und seine Lebensverhältnisse
noch kurz erwähnen.
Dass R. Mose Ricti von Geburt Italiener war, ist auch ausser
seinem den Italiener verrathenden Beinamen, auch ausser seiner
Kenntniss des Dante, noch aus seinen eigenen Worten zu entnehmen.
Er singt im zweiten Theile, Blatt 104 b , Stanze 4:
Nach dieser meiner Abmühung und Angst
Wendete ich mich leicht mit leichten Füssen
Nach Italien; denn dort ist mein Wohnort.
Die Stadt aber, in welcher er geboren wurde und seinen Sitz
hatte, ist jedoch wie seine übrigen Lebensverhältnisse unbekannt.
Als wahrscheinlich könnte man die Stadt Rieti im Kirchenstaate
dafür annehmen, so dass er seinen Beinamen von da herleitete, und
mag vielleicht eine von ihm hingeworfene Notiz im fünften Abschnitt
des zweiten Theiles, Blatt 69 b , Stanze 3: „daher kehrte
ich in meine Heimath zwischen den Bergen zurück” darauf hindeuten.
Dass er ferner ausübender Arzt war, entnahmen wir vor Allem
aus De Rossi, welcher in seinem Katalog die Isagoge des Porphyrius
mit Anmerkungen von R. Mose Rofe (Arzt) di Rieti handschriftlich
zu besitzen angibt. Bestätiget glauben wir diess deutlich
zu finden in den eigenen Worten des Rieti, im dritten Gesang
des ersten Theiles Blatt 18 a , Stanze 4:
Darauf wenden wir uns zu einer angenehmen Wissenschaft
In deren Mitte ich meinen Wohnsitz habe,
Und die mit dem Namen Naturwissenschaft bezeichnet ist.
Dieses „meinen Wohnsitz habe” bedeutet vorzüglich in der
Originalsprache, dass er diese Wissenschaft als Profession betrieb.
Hinsichtlich jedoch seines Geburtsjahres, der Lebens- und Abfassungszeit
überhaupt, Hessen sich manche Bestimmungen festsetzen,
wüsste man nur unzweifelhaft seine Worte zu deuten. Im
Einleitungs-Gesänge liest man folgende drei räthselhafte Strophen:
An dem Tage, wo die Sonne mir gegenüber stand
Im Hause des Löwen, im zweiten Gesichte
In den Graden war meine Geburtszeit.