676
Wie merkwürdig und wirklich überraschend sind die zahlreichen
Denkmäler an der Aussenseite der Kirche zu Maria-Saal,
theils aus der Römerzeit, theils aus dem Mittelalter; die
wenigsten derselben sind schon beschrieben, noch weniger aber
abgebildet, und es ist keine Zeit zu verlieren. Bereits ist das
interessante sogenannte ewige Liebt vor der Kirche um seine
Spitze gekommen.
Wird denn die schöne Idee, die vorhandenen Denkmäler unter
höhere Obhut zu stellen und^genaue Kunde von ihnen einzuziehen
und sie bildlich wenigstens zu verewigen, nicht in die Wirklichkeit
treten ?
Wie viel hätte der vaterländische Verein in Kärnten (wie
die übrigen Landes-Museen) Stoff zu sammeln und zu besprechen.
Sehr betrübte mich die erhaltene Kunde, dass das vom historischen
Vereine für Kärnten herausgegebene „Archiv für vaterländische
Geschichte und Topographie,” dessen zweiter Jahrgang (mit drei
lithograpliirten Tafeln) vorliegt'), kaum mehr fortgesetzt werden
*) Der zweite Jahrgang hat, wie der erste, zwölf Bogen im Umfange. Er
enthält zahlreiche Notizen und manche verdienstliche Aufsätze. — 1. Die
Römer-Denk male bei Hohenstein im Glanthale Kärntens (antiquarische
Notiz vom Vereins-Secretär Gallenstein), S. 1 —19. Das
Resultat dieses Aufsatzes geben die Worte: „Ich glaube also, wie schon
„gesagt, die Annahme aufstellen zu dürfen, dass die bei Hohen-„stein
im Glanthale aufgefundenen Ueberreste römischer Gebäude
„einem Isis-Tempel, und zwar, einem der zu Noreja besonders
„verehrten — man könnte also füglich sagen — der noreischen
„Isis geweihten Heiligthume angehörten.” —
2. * „Ungedruckte Materialien zur Kirchengeschichte Kärntens im
„sechzehnten Jahrhunderte” (Forts, von S. 83 — 91 des ersten Jahrgangs),
S. 19 — 31. (X. Arnoldstein. XI. Maria-Saal. XII. Probstei St.
Magdalena in Völkermarkt. XIII. Gurnitz). — Interessant.
3. „Mittheilungen aus den kärntnerischen Lehensacten” (96 Notizen
aus den Jahren 1307—1551), S. 31—47.
4. „Zur Geschichte der Fugger im bambergischen Kärnten” (1495—
1665). S. 47—50.
5. „Die L ichtensteiner in kärntnerischen Urkunden” (vom 26. April
1145 bis 14. Febr. 1280, 25 Stücke). S. 50—55.
6. * „Beiträge zur kirchlichen Topographie von Kärnten” (aus dem
Viktringer Archiv), S. 56—88. (1701 —1781.) — Interessant.
7. „Notizen zur Geschichte von Wolfsberg” (gesammelt von Joseph
Wagner), (17. u. 18, Jahrhundert), S. 88—89.