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Der fünfte Gesang fährt fort alle einzelnen Abschnitte der
Tractate des Talmuds, wie üblich mit ihren Anfangsworten, zu
benennen, nach welchem dann der sechste Gesang, das eigentliche
Hauptziel des ganzen Werkes, mit der Anführung der Tanaim
(oder talinudischen Gelehrten) aus der Zeit des ersten Tempels
anfängt, und so fort alle talmudischen Gelehrten, Amoraim und
Seburaim aufzählt, sodann die Geonim (oder Vorsteher der
Akademien in Persien), nach welchen endlich alle ausgezeichneten
Rabbinen, bis auf seine Zeit. Den Text umgeben Anmerkungen,
von dem Verfasser selbst Debil' (Hintergemach) genannt, welche
die in demselben kurz erwähnten Pensönlichkeiten durch bio- und
bibliographische Angaben näher beschreiben.
Dieser sechste Gesang enthält daher einen solchen Schatz für
die jüdische Literaturgeschichte, dass er selbst schon fast eine
ganze Literatur aufzuwiegen im Stande ist, und der Verfasser
entwickelt auch bei diesem Gegenstände eine Kenntniss, welche
um so mehr Bewunderung verdient, als man hierdurch das anschauliche
Beispiel gewinnt, wie tiefe Gründlichkeit der Allseitigkeit keinen
Abbruch thue. Bewandertsein in allen, möchte ich sagen,
Schlupfwinkeln der jüdischen Literatur, paart sich da mit genauer
Kritik und Sichtung des Stoffes. Indem der siebente und achte
Gesang noch das Werk mit ähnlichen literarischen und historischen
Daten bescliliesst, hat die hebräische Literatur hiermit ein
Werk, das an übersichtlichem Gehalt einzig in ihr dasteht.
Es könnte bedünken, dass die spanisch-arabische Literatur-Periode,
bevor sie ihren Lauf ganz umkreist hatte, sieh zuerst zu
resumiren und in einen Rahmen zu fassen versuchte, der wiederum
so viel Werth, so viel Selbständigkeit und Gehaltseigenthümlichkeit
in sich einschliesst, als der ursprüngliche Inhalt und Stoff selber.
Rieti ist der Januskopf, der mit dem einen Gesichte in die ablaufende
arabisch-spanische, und mit dem andern in die erblühende
vermittelnde, von ihm selbst vermittelte italienische Literatur-Periode
hinüberschaut. Rieti war der Mann des Zeitalters; sein
Werk aber das der treulich verdienten Unsterblichkeit.
Nachdem wir nun über das Werk, das durch die kaiserliche
Akademie, diese hochgeneigte Beschützerin der Wissenschaften
in unserem theuren Vaterlande, in die Hände des entfernteren
Publicums kommen wird, und von welchem wir uns die