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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Der  fünfte  Gesang  fährt  fort  alle  einzelnen  Abschnitte  der
Tractate  des  Talmuds,  wie  üblich  mit  ihren  Anfangsworten,  zu
benennen,  nach  welchem  dann  der  sechste  Gesang,  das  eigentliche
Hauptziel  des  ganzen  Werkes,  mit  der  Anführung  der  Tanaim
(oder  talinudischen  Gelehrten)  aus  der  Zeit  des  ersten  Tempels
anfängt,  und  so  fort  alle  talmudischen  Gelehrten,  Amoraim  und
Seburaim  aufzählt,  sodann  die  Geonim  (oder  Vorsteher  der
Akademien  in  Persien),  nach  welchen  endlich  alle  ausgezeichneten
Rabbinen,  bis  auf  seine  Zeit.  Den  Text  umgeben  Anmerkungen,
von  dem  Verfasser  selbst  Debil'  (Hintergemach)  genannt,  welche
die  in  demselben  kurz  erwähnten  Pensönlichkeiten  durch  bio-  und
bibliographische  Angaben  näher  beschreiben.
Dieser  sechste  Gesang  enthält  daher  einen  solchen  Schatz  für
die  jüdische  Literaturgeschichte,  dass  er  selbst  schon  fast  eine
ganze  Literatur  aufzuwiegen  im  Stande  ist,  und  der  Verfasser
entwickelt  auch  bei  diesem  Gegenstände  eine  Kenntniss,  welche
um  so  mehr  Bewunderung  verdient,  als  man  hierdurch  das  anschauliche ­
  Beispiel  gewinnt,  wie  tiefe  Gründlichkeit  der  Allseitigkeit  keinen ­
  Abbruch  thue.  Bewandertsein  in  allen,  möchte  ich  sagen,
Schlupfwinkeln  der  jüdischen  Literatur,  paart  sich  da  mit  genauer
Kritik  und  Sichtung  des  Stoffes.  Indem  der  siebente  und  achte
Gesang  noch  das  Werk  mit  ähnlichen  literarischen  und  historischen ­
  Daten  bescliliesst,  hat  die  hebräische  Literatur  hiermit  ein
Werk,  das  an  übersichtlichem  Gehalt  einzig  in  ihr  dasteht.
Es  könnte  bedünken,  dass  die  spanisch-arabische  Literatur-Periode,
  bevor  sie  ihren  Lauf  ganz  umkreist  hatte,  sieh  zuerst  zu
resumiren  und  in  einen  Rahmen  zu  fassen  versuchte,  der  wiederum
so  viel  Werth,  so  viel  Selbständigkeit  und  Gehaltseigenthümlichkeit
in  sich  einschliesst,  als  der  ursprüngliche  Inhalt  und  Stoff  selber.
Rieti  ist  der  Januskopf,  der  mit  dem  einen  Gesichte  in  die  ablaufende ­
  arabisch-spanische,  und  mit  dem  andern  in  die  erblühende
vermittelnde,  von  ihm  selbst  vermittelte  italienische  Literatur-Periode
  hinüberschaut.  Rieti  war  der  Mann  des  Zeitalters;  sein
Werk  aber  das  der  treulich  verdienten  Unsterblichkeit.
Nachdem  wir  nun  über  das  Werk,  das  durch  die  kaiserliche ­
  Akademie,  diese  hochgeneigte  Beschützerin  der  Wissenschaften ­
  in  unserem  theuren  Vaterlande,  in  die  Hände  des  entfernteren ­
  Publicums  kommen  wird,  und  von  welchem  wir  uns  die
            
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