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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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„und  das  Zukünftige  nicht,  auch  nicht  das  Ewige,  das  ohne  Anfang
„und  Ende,  weder  den  Adam,  noch  den  Antichrist  (Dedfchal),
„welche  nur  Schöpfungen  theilweiser  Vernunft  und  thierischen  Le-„hensgeistes,
  diese  bestehen  nicht  in  der  Welt  wokein  Raum  und  keine
„Zeit,  und  desshalb  heisst  der  Soli  der  Sohn  derZeit,  darunter  wird
„verstanden,  dass  für  ihn  die  Zeit  nicht  dreifach  (in  die  vergangene,
„gegenwärtige  und  zukünftige)  getheilt,  sondern  nur  Eine,  wie
„Gott  der  Einzige  in  ungeteilter  Wahrheit  weilt.”
Da  Dfchelaleddin  ßumi  auf  die  obigen  Sprüche,  und
besonders  auf  den  ersten  häufig,  zurückkömmt,  so  sind  in  denselben
die  vier  Hauptpfeiler  des  Herrscherdomes  seines  mystischen  Gedichtes ­
  gegeben,  er  verschmäht  es  die  gewöhnliche  Eintheilung  der
Bücher  orientalischer  Mystik,  nämlich  die  beiden  Pfade,  den  ascetischen
  und  beschaulichen,  besonders  zu  verfolgen  und  hei  den  einzelnen ­
  Stationen  (M  en  a  fil)  und  geistigen  Ruhestätten  (Makamat)
derselben  zu  verweilen;  indessen  bespricht  er  doch  häufig  die  vier
Cardinaltugenden  des  ascetischen  Pfades  des  Sofi,  nämlich  das  Ve  rt
  rauen,  die  G  e  duld,  die  Entsagung  und  die  E  r  geh  u  ng  ,  die
sich  gegenseitig  bedingen,  indem  das  Vertrauen  ohne  die  geduldige
Erwartung  des  Erfolges  nicht  genügt,  die  Ergebung  ohne  Enthaltsamkeit ­
  und  Entbehrung  nichts  nützt.  Von  den  Lehren,  wodurch
die  vier  genannten  Tugenden  eingepräget  werden,  schwingt  sich
der  poetische  und  philosophische  Genius  Dfchelaleddin’s  zu
höheren  Betrachtungen  über  Vernunft  und  Wissenschaft,
über  Schicksal  und  freien  Willen  auf;  er  gibt  eine  vollständige ­
  Darstellung  der  Lehre  der  Dfchebri  und  Kadri,  wovon
jene,  dass  Alles  Zwang  und  nothwendige  Unterwerfung  unter  vorher ­
  bestimmtes  Schicksal,  diese  aber  die  freie  Wahl  des  Willens
lehren.  Die  ersten  Lehrbücher,  wodurch  der  Sofismus  in  ein  System
gebracht  ward,  wurden  zu  Ende  des  vierten  Jahrhunderts  der
Hidfchret,  des  zehnten  der  christlichen  Zeitrechnung,  geschrieben,
das  Tearr  uf  vom  Scheich  K  eie  n  äwi  und  das  Kütol-Kolüb,
d.  i.  die  Nahrung  der  Herzen,  vom  Scheich  Mohammed  el-Mek,k,i
  ;  im  folgenden  Jahrhundert  folgte  die  berühmte  ko  sch  eirische ­
  Abhandlung,  deren  Verfasser  i.  J.  465  (1072)  starb;  kurz
vor  Dfchelaleddin  R  umi  lebte  der  Scheich  Schihäbeddin
Suhrwerdi,  gest.  i.  J.  632  (1234),  der  Verfasser  des  Awarif
el-Madrif,  d.  i.  der  Kunden  der  Kenntnisse,  woraus  S.  de  Sacy
            
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